„Seit Silvester ist bei uns die Hölle los.“

Alfons Pinders lehrt auch die Anti-Opfer-Haltung. Foto: Christoph Bubbe
Alfons Pinders lehrt auch die Anti-Opfer-Haltung. Foto: Christoph Bubbe

Nicht nur bei Serge Menga lief nach Silvester das Telefon heiß. Auch in der Essener Kampfkunst-Akademie ‚i-defense‘ glühte die Leitung. Überwiegend waren es Anruferinnen. Die Angst, selbst Opfer zu werden, ist ebenso groß, wie das Interesse, sich in einer solchen Notsituation selbst helfen zu können.

„Es ist allerdings ziemlich schwierig, die einzelnen Fragen am Telefon beantworten und ausführlich erklären zu können“, sagt Sensei Alfons Pinders. Der Leiter der Kampfkunstakademie hat sich daher entschlossen, für Frauen ab 15 Jahren einen kostenfreien Selbstverteidigungs- UND Selbstbehauptungs-Nachmittag anzubieten (am 30.01. von 14 bis 16.30 Uhr in der Zweigertstr. 53). „Dabei zeigen wir den Frauen einfache und leicht anwendbare Techniken zur Selbstverteidigung. Aber auch die praktische Beratung kommt nicht zu kurz.“ Gaspistole, ja oder nein? Ist Reizgas sinnvoll? Welche legalen Möglichkeiten gibt es? „Wir wollen die Teilnehmerinnen informieren und sie sollen die Gelegenheit haben, ihre Fragen zu stellen.“
Den Gedanken der Selbstverteidigung setzt Pinders aber noch viel früher an als nur bei der Abwehr eines Angriffs.Schlimmeres kann schon im Vorfeld vermieden werden, durch eine ‚Anti-Opfer-Haltung‘ – und die könne man ebenfalls trainieren. Dazu hat sich Pinders Unterstützung geholt: Schauspieler, Filmbösewicht und selbst Kampfsportler Claude-Oliver Rudolph. „Mittels richtige Atmung, die Art zu gehen und sich hinzustellen und anderen Techniken zeigt Claude, wie man eine souveräne Selbstdarstellung ausstrahlt. Eine Haltung, die sagt: Hey, mit mir machst du das nicht!“
Eine der ersten Frauen, die sich telefonisch bei der Kampfkunstakademie meldete, war übrigens in besagter Silvesternacht selbst in Köln. Auch sie wurde bestohlen und erlebte dieses Gefühl der Hilflosigkeit. „Und das will sie nicht noch einmal erleben müssen. Nur wusste sie nicht, welche Möglichkeiten sie als junge Frau hat, um genau dies zu vermeiden. Genau das wollen wir ändern.“

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