Auf der Suche nach Stille

Berlin hat etwas, das Essen nicht hat: Ein Museum der Stille. Foto: Freddy Fischer
Berlin hat etwas, das Essen nicht hat: Ein Museum der Stille. Foto: Freddy Fischer

Informationsfluten, immer neue, besorgniserregende Schlagzeilen, eine Arbeitswoche 40+, hektischer Straßenverkehr der Großstadt – von Entschleunigung in unserem Alltag kann alles andere als die Rede sein. Mitunter macht uns die innere und äußere Hektik sogar krank. Im Umkehrschluss werden Ruhe und innere Einkehr zur Mangelware. Rückzugsräume gibt es in Großstädten wie Essen nur wenige, wenn überhaupt. Freddy Fischer hat sich auf die Suche nach ihnen begeben und stellt sie der Reihe nach in dem Meditations-Magazin ‚OshoTimes‘ vor. Zum Auftakt besuchte er das Museum der Stille in Berlin, und damit auch einen guten, alten Freund. Wir begleiten ihn:

MEDITATION IM MUSEUM DER STILLE

„Was für ein Tag in Berlin-Mitte: Früh morgens angekommen, viele Termine und Gespräche, Hektik auf der Straße – und dann freue ich mich, abends meinen alten Bekannten Nikolai Makarow wiederzusehen. Nach viel zu langer Zeit treffe ich jemanden wieder, der Spuren in meinem Herzen hinterlassen und den man trotzdem über Jahre nicht gesehen hat. Treffpunkt ist das Museum der Stille, mitten im quirligen Berlin in der Linienstraße, Nikolais Museum. Ich bin ein wenig zu früh, schelle, mir wird die Tür geöffnet und ich betrete diese magischen Räume und das Leben macht mir ein wahnsinniges Geschenk. Ich bin alleine im Museum, setzte mich in die liebevoll gestalteten Räume mit Nikolais Kunst. Sofort verspüre ich eine tiefe innere Ruhe. Ich meditiere alleine, lasse eine Reise zu und falle – falle, bis nichts mehr da ist, von jetzt auf gleich im Epizentrum des hektischen Berlin. Es ist tief empathisch, und einfach schön, was Nikolai hier geschaffen hat. Ein Museum der Stille an einem Ort, wo man alles andere als Stille erwartet. Mit einer Kunst, die Meditation spielerisch ermöglicht.

Allein durch seine Stiftung, die soziale Projekte verschiedenster Art in Essen fördert und unterstützt, ist Freddy Fischer ein bekanntes Gesicht in der Gesellschaft unserer Stadt. Fischer lebt aber nicht nur Mitgefühl, so das Motto der Stiftung,  er ist auch Meditationslehrer. Foto: Freddy Fischer Stiftung
Allein durch seine Stiftung, die soziale Projekte verschiedenster Art in Essen fördert und unterstützt, ist Freddy Fischer ein bekanntes Gesicht in der Gesellschaft unserer Stadt. Fischer lebt aber nicht nur Mitgefühl, so das Motto der Stiftung, er ist auch Meditationslehrer. Foto: Freddy Fischer Stiftung

Dann, nach einer Zeit, in der Zeit keine Rolle mehr gespielt hat, steht Nikolai vor mir und erklärt mir seine Gedanken und Ideen, die zum Museum der Stille geführt haben – Sprache spricht, Herz empfängt – ohne Sprache. Stille. Nikolai erzählt von seinem Bedürfnis, den Menschen in der hektischen Stadt einen Ort zu schenken, an dem sie ganz einfach runterkommen können. Er erzählt von seinen Gesprächen mit Ärzten, dass Lärm die Ursache für viele Krankheiten ist, seinen Visionen, der Menschheit zu helfen mit vielen Museen der Stille, Orte für den Rückzug, um Pausen einlegen zu können, zur Ruhe zu kommen, frische Energien zu sammeln.

Ich denke an Meditation, an die Reise nach innen, an das, was mit mir eben passiert ist und das alles zusammenpasst – irgendwas nimmt in mir Form an. Mein Ausbildungsweg zum Meditationslehrer, dann diese besonderen Momente hier in Berlin-Mitte, eigentlich gedacht nur als Treffpunkt von Nicolai und mir, bevor wir uns gemeinsam in das Nachtleben von Berlin stürzen.

Wir haben genau das dann gemacht. Erzählt und erzählt, Spaß gehabt. Dieses Museum der Stille ist ein magischer Ort für Nicolai – und mich hat er sofort gepackt. In meiner Meditationserfahrung hat er mich weit, weit nach vorne gebracht – und noch neugieriger gemacht. Echte Stille tritt erst dann ein, wenn dein Verstand sich auflöst – nicht durch Anstrengung, sondern durch Einsicht; nicht durch irgendeine Übung, sondern durch innere Bewusstheit.“

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