Sparkasse Essen. Gut(er Steuerzahler) für Essen.

Erstmals leitete Volker Behr als Vorstandsvorsitzender durch die Bilanzkonferenz der Sparkasse Essen. Foto: Lars Riedel
Erstmals leitete Volker Behr als Vorstandsvorsitzender durch die Bilanzkonferenz der Sparkasse Essen. Foto: Lars Riedel

Das Jahr 2016 ist ein besonderes für die Sparkasse Essen. Sie feiert ihr 175-jähriges Bestehen. Aber neben allen kleinen und großen Aktionen zum Jubiläum geht natürlich der Alltag in dem Essener Kreditinstitut weiter. Und dazu gehört auch, am Anfang des Jahres Bilanz über das zurückliegende Jahr zu ziehen. So geschehen am vergangenen Freitag (13.02.2016). Volker Behr, der zum 01. Januar den Vorstandsvorsitz von Hans Martz übernommen hat, führte die anwesenden Journalisten durch das Geschäftsjahr 2015.

Der Sparkassen-Vorstand (v.l. Stefan Lukai, Volker Behr, Oliver Bohnenkamp, Friedrich Kaschub) blickte „zufrieden“ auf das Geschäftsjahr 2015 zurück. Foto: Sven Lorenz, Essen
Der Sparkassen-Vorstand (v.l. Stefan Lukai, Volker Behr, Oliver Bohnenkamp, Friedrich Kaschub) blickte „zufrieden“ auf das Geschäftsjahr 2015 zurück. Foto: Sven Lorenz, Essen

Angesichts des positiven Einlagengeschäfts und einer stabilen Kreditnachfrage blickte der Sparkassen-Vorstand „zufrieden“ auf das Jahr 2015 zurück. Obwohl die gesamtwirtschaftlichen Umstände „herausfordernd“ gewesen sein, sei das Institut gesund und nachhaltig gewachsen. Die Bilanzsumme stieg um 22,5 Mio. Euro auf über acht Mrd. Euro an. Die Einlagen der privaten Kunden etwa wuchsen um 3,4 % auf annähernd 4.420 Millionen Euro. Anders hingegen schaut es beim privaten Anleger aus. „Der Zins ist am Boden – und zwar bundesweit“, erklärt Volker Behr. „Die Zinsentwicklung ist dramatisch gesunken, auf 0,4 %. Während die Sichteinlagen in die Höhe gehen, warten die privaten Kunden mit langfristigen Anlagen anscheinend auf bessere Jahre.“ Erfreulich sei aber, dass trotz des Zinsniveaus der Spargedanke in puncto Vorsorgesparen dennoch nicht aus dem Fokus gerät. Trotz schwieriger Zeiten – Arbeitslosigkeit, Verschuldung etc. – stieg die private Ersparnisbildung in Essen von 105,3 auf 122,1 Mio. Euro.

Des einen Freud, des anderen Leid

PowerPoint-PräsentationÄhnlich wie bei den privaten Anlegern legen auch die Firmenkunden und Institutionen größeren Wert auf kürzere Laufzeiten. Insgesamt gingen hier die Enlagen um 6,8 % zurück. Ursache dafür seien unter anderem zwei entscheidende Trends: Zum einen werden hohe Liquiditätsbestände zunehmend für Investitionen verwendet. Zum anderen werden sie zur Rückzahlung von Kontokorrentkrediten genutzt. Entsprechend ist auch das Kontokorrentkredit-Geschäft der Sparkasse zurückgegangen – „leider; also leider für uns, natürlich nicht aus Sicht der Unternehmen“, sagt Behr mit einem Augenzwinkern.

Allgemein ist das Kreditgeschäft ein zweischneidiges Schwert. Die Gesamtkreditbewilligung ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr 2014 um 12,8 % gestiegen. Das freut natürlich ein Kreditinstitut. Allerdings macht sich hier auch die vorerwähnte ‚hohe Tilgungsbereitschaft‘ bemerkbar. „Mit den bewilligten Neukrediten können wir sehr zufrieden sein. Nicht zufrieden sind wir bei den Beständen“, so Behr.

Finanzielles Engagement für Essen – als Förderer und Steuerzahler

PowerPoint-PräsentationZu einer Bilanz der Sparkasse Essen gehört aber nicht nur die hauseigene Gewinn- und Verlustrechnung. Und hier kann das Institut die Rechnung mit einer stattlichen Zahl aufmachen: 17.100.000,00 Euro! Dies ist die Summe des finanziellen Gesamtengagement 2015. Sie setzt sich zusammen aus Steuerzahlungen an die Stadt Essen (9,5 Mio. €), Ausschüttung an die Stadt Essen (3,6 Mio. €) und 4,0 Mio. Euro aus PS-Zweckertrag, Sponsoring, Stiftungsbewilligungen und ähnlichem. Auch spenden sind in letzterem Betrag eingerechnet, nicht allerdings die finanziellen Zuwendungen, die die Sparkasse an ihre eigenen Stiftungen gleistet hat. Diese kommen noch oben drauf. So sind über die ‚Gut für Essen-Stiftung‘ im Geschäftsjahr 2015 allein 490.000 Euro dem Grugapark zugute gekommen, in dem das Sturmtief ‚Ela‘ Pfingsten 2014 eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte. In der ‚Gut für Essen-Stiftung‘ bündelt die Sparkasse die Stiftungszwecke, die nicht einem ganz konkretem Stiftungsziel (etwa dem Sport) dienen. Hinzu kommen noch die ‚Stiftung Alten-, Behinderten- und Jugendförderung‘, die ‚Philharmonie-Stifung‘ und eben die ‚Sportstiftung‘. In der Summe haben alle vier Stiftungssäulen eine Gesamtförderung 2015 von 44,9 Mio. Euro unternommen.

„Ich glaub', das war's. Schade.“ Mit diesen Worten beendete Volker Behr seine erste Bilanz-Präsentation als Sparkassen-Chef. Foto: Sven Lorenz, Essen
„Ich glaub‘, das war’s. Schade.“ Mit diesen Worten beendete Volker Behr seine erste Bilanz-Präsentation als Sparkassen-Chef. Foto: Sven Lorenz, Essen

Ein nicht unwesentlicher – wenngleich auch nicht ganz freiwilliger – Teil des Beitrags zum Gemeinwohl sind die Steuern. Die Gesamtsumme von 179,5 Mio. Euro an Ertragssteuern, die die Sparkasse Essen innerhalb der letzten 15 Jahre gezahlt hat und wovon 94,7 Millionen der Stadt Essen zukamen, ließen den Sparkassen-Vorstand mal genauer hinsehen. Im Vergleich zu den Groß- und Landesbanken sind die Kreditgenossenschaften und Sparkassen in Deutschland bei den Steuerzahlungen von Einkommen und Ertrag die größten Steuerzahler unter den Banken. Wobei die Sparkassen diese Hitliste anführen. Konkret zahlte die Sparkasse Essen im Jahr 2015 19 Mio. Euro Steuern; das sind 2,3 Millionen mehr als noch im Vorjahr. Und rund die Hälfte davon (9,5 Mio. €; und damit ein Plus von 1,15 Mio. €) vielen der Stadt Essen zu. Und das zeigt: Die Sparkasse Essen ist nicht nur ‚Gut für Essen‘, wie es ihr Slogan sagt, sie ist auch ein guter Steuerzahler für die Stadt.

Ein Beitrag von Lars Riedel

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