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Sonntag, 22. April 2018
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Mehr Polizeibeamte für Essen?

In einer Sondersitzung des Polizeibeirates erläuterte der Polizeipräsident Frank Richter das 15-Punkte-Programm der Landesregierung. Unter anderen geht es darin, künftig die Möglichkeit zu schaffen, Polizeibeamte über die Pensionierung hinaus befristet weiter zu beschäftigen und Regierungsbeschäftigte ebenfalls befristet einzustellen. Außerdem sollen mehr „Präsenzstunden“ – wie es in Polizei-Deutsch heißt – der Einsatzhundertschaften für den Bereich des Polizeipräsidiums Essen als Schwerpunktbehörde zur Verfügung gestellt werden. Die Fraktionen von SPD und CDU im Rat der Stadt begrüßen natürlich diese Maßnahmen für Essen und sehen darin einen Schritt hin zu mehr Sicherheit in Essen. Jedoch müssten dringend noch weitere Maßnahmen folgen.

Insbesondere fordern die beiden Regierungsfraktionen, dass Essen Standort für einen weiteren Zug der Bereitschaftspolizei wird. Auch der geplante Einsatz von Videoüberwachung am Rheinischen Platz müsse nun zügig realisiert werden. „Unsere Polizei in Essen leistet hervorragende Arbeit. Gerade auch in Anbetracht der gestiegenen Anforderungen durch neue oder veränderte Bedrohungslagen ist es wichtig, dass die Polizei Essen schnell und dauerhaft personell verstärkt wird“, so Peter Tuppeck (CDU). Der Vorsitzender des Kreispolizeibeirats begrüßt ausdrücklich, dass das Innenministerium die Angliederung von zwei weiteren Zügen der Bereitschaftspolizei im Ruhrgebiet plant, und: „Unsere Stadt ist der ideale Standort für einen dieser Züge.“

Auch die ordnungspolitischen Sprecher der beiden Ratsfraktionen, die ebenfalls Mitglieder des Kreispolizeibeirats sind, sehen das so. „Wir fordern seit langem eine deutlich spürbare Erhöhung der Polizeipräsenz in unserer Stadt“, sagt Christdemokrat Fabian Schrumpf. „Für mehr Sicherheit und Ordnung in Essen müssen die geplanten Maßnahmen jetzt zügig umgesetzt werden. Dies beinhaltet ausdrücklich auch die schnelle Umsetzung, der für den Rheinischen Platz vorgesehenen Videoüberwachung, um insbesondere den dortigen Handel mit Drogen zu unterbinden.“ Und sein sozialdemokratischer Kollege ergänzt: „Die Polizei in Essen braucht dabei Planungssicherheit. Das personelle Gesamtgefüge der Polizei muss der Lage und den Aufgaben entsprechend stimmen. Ein weiterer Zug der Bereitschaftspolizei würde die Polizeipräsenz in Essen sofort spürbar erhöhen und wäre ein Schritt zu mehr Sicherheit für unsere Stadt.“

Oberbürgermeister Thomas Kufen (l.) und Polizeipräsident Frank Richter (r.) bei einer Ortsbegehung im Stadtteil Altendorf. Foto: Stadtbildstelle, Peter Prengel

Oberbürgermeister Thomas Kufen (l.) und Polizeipräsident Frank Richter (r.) bei einer Ortsbegehung im Stadtteil Altendorf. Foto: Stadtbildstelle, Peter Prengel

Altendorf – nur ein Beispiel

Und Aufgaben gibt es für die Polizei in einer Großstadt wie Essen genügend. Erst gestern (6.04.2016) haben Oberbürgermeister Thomas Kufen und Polizeipräsident Frank Richter eine gemeinsame Begehung des Stadtteils Altendorf unternommen. Altendorf gilt als Problemviertel in Essen. Vor allem durch gewalttätige Auseinandersetzungen auf offener Straße, beobachteten Drogenhandel und ein tragisches Tötungsdelikt ist die öffentliche Wahrnehmung des Stadtteils eher negativ. Obwohl im Rahmen des Programms ‚Soziale Stadt‘ mit dem Wohngebiet Niederfeldsee oder der Entwicklung des Kruppschen Gürtels bereits einige bauliche Veränderungen realisiert wurden, um das Quartier aufzuwerten, sind die Anforderungen des Stadtteils doch vielfältiger. „Probleme in bestimmen Stadtteilen werden nicht von einem auf den anderen Tag verschwinden“, so der OB. „Aber dagegen gehen wir konsequent mit Prävention, Integration und Intervention vor.“ Um das zu bewerkstelligen arbeite die Stadt schon jetzt eng mit Polizei, Staatsanwaltschaft und den Wohlfahrtsverbänden zusammen. „Das gemeinsame Ziel muss es sein, für die Bürgerinnen und Bürger ein lebenswertes Umfeld zu schaffen.“

Der Schulterschluss zwischen Stadt und der Polizei ist dabei besonders wichtig. „Wir müssen als Polizei hinschauen und in die Brennpunkte gehen“, sagt Polizeipräsident Frank Richter. „Unsere Aufgabe ist es, unter anderem durch erhöhte Polizeipräsenz, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken.“ Deshalb haben Oberbürgermeister und Polizeipräsident sich darin bestärkt, weiterhin eng zusammenzuarbeiten und auch zukünftig mit gemeinsamen Aktionen von Stadtverwaltung und Polizei, das Ziel zu verfolgen, ein lebenswertes Altendorf zu schaffen.

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