Rock und Pop im Pott

1980: Die Hagener Band ‚The Stripes‘ veröffentlicht die Single ‚Tell me your name‘. Bandmitglieder: Nena, Rainer Kitzmann, Rolf Brendel und Frank Röhler. (© Ruhr Museum/ Foto: Rainer Rothenberg)
1980: Die Hagener Band ‚The Stripes‘ veröffentlicht die Single ‚Tell me your name‘. Bandmitglieder: Nena, Rainer Kitzmann, Rolf Brendel und Frank Röhler. (© Ruhr Museum/ Foto: Rainer Rothenberg)

Als der erste Star des Rock‘n‘Roll Bill Haley & His Comets 1958 in der gerade neu eröffneten Grugahalle spielte, hatte sich die revolutionäre Musik bereits im Ruhrgebiet durchgesetzt: Der Film ‚Rock around the clock‘ brachte sie zwei Jahre zuvor ins Nachkriegsdeutschland und trieb die Amerikanisierung der Jugend – nach Mickey Mouse und James Dean – weiter voran. Mit der Ausstellung ‚Rock und Pop im Pott‘ blickt das Ruhr Museum von diesen Anfängen auf 60 Jahre Musikgeschichte im Ruhrgebiet zurück.

Und die war sehr lebendig: Nach Bill Haley gaben 1965 auch die Rolling Stones zum ersten Mal ein Konzert in der Grugahalle, auf ihrer Bravo-Blitztournee machten die Beatles ein Jahr darauf Halt in Essen. Die legendären Essener Songtage nahmen 1968 ihren Anfang – es war das erste Rock- und Popfestival in Deutschland und gleichzeitig der Beginn der Politfestivals und Protestsongs. Die Jugend lehnte sich gegen das Establishment auf und brachte die Punk-Bewegung hervor, welche zum Symptom der Strukturkrise in den 70er und 80er Jahren wurde.

Neue Formen der Rockmusik

Plakat 1. Rockpalast Nacht, Grugahalle Essen, 1977 (© Ruhr Museum/ Foto: Rainer Rothenberg)
Plakat 1. Rockpalast Nacht, Grugahalle Essen, 1977 (© Ruhr Museum/ Foto: Rainer Rothenberg)

In dieser Zeit brachten die Rockpalast-Nächte Stars wie ‚The Who‘, ‚ZZ Top‘, ‚Depeche Mode‘ und ‚Santana‘ in den Pott. Mit ihnen hatte die Rockmusik neue Facetten ausgebildet.
Die Studenten der damals neuen Hochschulen im Ruhrgebiet fanden eigene Ausdrucksformen in ihren Wohngemeinschaften und Kommunen: den Krautrock. Benannt nach den deutschen ‚Sauerkrauts‘. New Wave und die Neue Deutsche Welle folgten.

Wie es sich für eine Region der Schwerindustrie gehört, verband sie sich fest mit den harten Klängen des Heavy-Metal mit den Vorbildern in Großbritannien und Kalifornien. Bis heute nimmt die Szene immer weiter zu. Erwähnt seien hier die Bands Kreator, Sodom, Range, die ihre Wurzeln im Ruhrgebiet haben. Die Zuwanderer brachten schließlich auch Rap und Hip Hop in den Pott.

Souvenirs der Zeitgeschichte

Alle diese Entwicklungen und Meilensteine aus 60 Jahren Rock- und Popgeschichte dokumentiert das Ruhr Museum mit Fotos und Filmausschnitten, Plakaten und Eintrittskarten, Schallplatten und Fanartikeln, Instrumenten und Bühnenoutfits.

Dazu gehören natürlich auch die verschiedenen Abspielgeräte, mit denen die älteren Generationen aufgewachsen sind und die die Jugend heute tatsächlich nur noch im Museum zu Gesicht bekommt. Das Tonband und den Kassettenrekorder zum Beispiel, aber auch Plattenspieler, die heute wieder en vogue sind, frühere Radios, erste CD-Player bis hin zu den aktuellen Medien der Unterhaltungselektronik.

Neben Gitarre, Bass, Schlagzeug, Mikrofon und Synthesizer zeigt das Museum auch Modeutensilien und Accessoires der Rock- und Popmusik-Szene, wie sie damals zum guten Ton gehörten. Fotos von Szenetreffs und Konzerthallen, wo sie getragen wurden, runden das Bild ab.

Eine Ausstellung, die wächst

Der Soundraum bildet das Herz der Ausstellung: Zu Musik von Nena bis Grönemeyer, von Extrabreit bis Geier Sturzflug, zu Rock‘n‘Roll, Pop, Metal und Hip Hop darf auch getanzt werden. Die Ausstellung strebt an, das gesamte Ruhrgebiet mit Platten, Demobändern und CDs, die hier entstanden sind, widerzuspiegeln. So fordert das Ruhrmuseum alle Bands und Interpreten, die noch nicht vertreten sind, auf, ihre Tonträger als Leihgabe mitzubringen.

Ab dem 5. Mai im Ruhrmuseum. Der Eintritt kostet 7 Euro, alle unter 18 haben freien Eintritt.

Diesen Beitrag teilen

Mehr aus ,
Allgemein

Gutes tun mit bester Laune

Brost-Vorstand zog beim Stiftungstag auf Zeche Zollverein eine überaus positive Bilanz der geförderten Projekte 2018  Die Sonne senkte

Keine Inhalte gefunden

  • Vergewissern Sie sich, dass alle Wörter richtig geschrieben sind
  • Probieren Sie andere Suchbegriffe.