300 Millionen Euro fürs Uniklinikum

Der kaufmännische Geschäftsführer Thorsten Kaatze (li.) und der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Jochen A. Werner gaben zusammen mit NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bekannt, was mit der Investition des Landes umgesetzt wird. (Foto: Christoph Bubbe)
Der kaufmännische Geschäftsführer Thorsten Kaatze (li.) und der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Jochen A. Werner gaben zusammen mit NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bekannt, was mit der Investition des Landes umgesetzt wird. (Foto: Christoph Bubbe)

Das Medizinische Modernisierungsprogramm (MedMoP) des Landes schlägt sich auch auf Essen nieder: Von insgesamt 2,2 Milliarden Euro für die sechs Universitätskliniken in NRW fließen bis 2020 rund 300 Millionen in den Uniklinik-Standort Essen. Drei Neubau- und drei Sanierungsprojekte sollen so umgesetzt werden.

Prof. Dr. Jochen A. Werner
Prof. Dr. Jochen A. Werner will die Schwerpunkte der Uniklinik weiterentwickeln. (Foto: Christoph Bubbe)

„Manche Gebäude sind historisch schön anzusehen, aber sie genügen nicht mehr den Standards der Hochschulmedizin“, so NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Von den Medizinischen Fakultäten und Unikliniken werde erwartet, Kranke auf höchstem Niveau zu versorgen, die Spitzenforschung voranzutreiben und den ärztlichen Nachwuchs exzellent auszubilden.Die Investition soll dies weiterhin ermöglichen.

„Mithilfe des MedMoP können wir wichtige Bereiche der Krankenversorgung und Forschung entscheidend verbessern“, sagt Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärtzlicher Direktor der Uniklinik Essen. Er will ihre Schwerpunkte weiterentwickeln: die Transplantation sowie die Herz- und Gefäßmedizin und die Onkologie – speziell die für Kinder.

Krebsbehandlung wie -forschung besonders bedeutend

2021 soll die neue Kinderklinik eröffnen. (Bild: Uniklinikum Essen)
2021 soll die neue Kinderklinik eröffnen. (Bild: Universitätsklinikum Essen)

Seit Mitte April reißen Bagger bereits das alte medizinische Klinikgebäude ab, um Platz zu schaffen für eine der modernsten Kinderkliniken Europas. Mit 132 Betten, Ruhezonen, OP-Sälen, Spielecken, moderner Medientechnik, Forschungsräumen – für die Humangenetik zum Beispiel – und direkter Verbindung zur Frauenklinik wie zum Pränatalzentrum. Baukosten: 78,4 Mio. plus 15,5 Mio. für die Ersteinrichtung.

Für insgesamt knapp 69 Mio. soll auf der alten Parkhausfläche ein neues Gebäude für die Nuklearmedizin und Radiopharmazie samt Forschungsetage entstehen. Ab Ende 2019 soll hier zum Beispiel die Protonenstrahlentherapie, die gerade bei der Behandlung von krebskranken Kindern sehr wichtig sei, angewandt und weiterentwickelt werden.

Um die Führung bei der Stammzellherstellung in Deutschland und Europa weiterhin sicherzustellen, soll der ehemalige Stati- onsbereich der Strahlenklink zu ‚Good Manufacturing-Practice-Laboren‘ bis Ende 2016 umgebaut werden. Das heißt, dass hier an der Schnittstelle von Krebsbehandlung und Transplantation die Qualitätssicherung eine zentrale Rolle spielt. Mit knapp vier Millionen Euro ist dies der kleinste Posten.

Alte Gebäude werden saniert und ein neues errichtet für die Pathologie und Rechtsmedizin. (Bild: Universitätsklinikum Essen)
Alte Gebäude werden saniert und ein neues errichtet für die Pathologie und Rechtsmedizin. (Bild: Universitätsklinikum Essen)

Das bald 50 Jahre alte Gebäude der HNO-Augenklinik wird für rund 64 Mio. bis 2021 kernsaniert – auch energetisch – und erweitert. Die Pathologie und Rechtsmedizin werden ebenfalls für 51 Mio. saniert und bis 2021 um ein Laborgebäude ergänzt.

Zu einer leistungsfähigen Infrastruktur, gehört für die Uniklinik auch die EDV: Zehn Millionen fließen in ein neues Rechenzentrum. Schließlich will sie mit diesen Maßnahmen die Grundlage für zukünftige medizinisch-technische Entwicklungen schaffen.

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