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Donnerstag, 25. May 2017
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Lebenslüge der Petra Hinz: Abitur und Examen sind erfunden

Die Essener Bundestagsabgeordnete Petra Hinz hat in ihrem Lebenslauf gelogen. Wie eine INFORMER-Recherche von Politik-Redakteur Pascal Hesse enthüllt hat, besitzt Hinz besitzt keine Allgemeine Hochschulreife (Abitur) und hat ebenfalls kein erstes und kein zweites Staatsexamen abgelegt. Dies hatte Hinz jedoch seit Jahren behauptet. Da Petra Hinz die INFORMER-Fragen zu ihrem Lebenslauf mehrfach nicht beantworten wollte, hat die Redaktion heute unter anderem Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, SPD-Chef Sigmar Gabriel, NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft und Essens SPD-Chef Thomas Kutschaty um Auskunft und Antworten gebeten. Diese kommen nun vom Anwalt von Petra Hinz. Im Auftrag seiner Mandantin Petra Hinz teilte uns Rechtsanwalt Dr. Henning Blatt von Heinemann & Partner Rechtsanwälte im Wortlaut Folgendes mit:

“Frau Hinz hat im Jahr 1983 am heutigen Erich-Brost-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Essen die Fachhochschulreife erworben. Sie hat jedoch keine allgemeine Hochschulreife erworben. Sie hat darüber hinaus kein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und auch keine Juristischen Staatsexamina abgelegt.

Die Biographie der Abgeordneten Petra Hinz auf der Internetseite des Deutschen Bundestags. Quelle: Deutscher Bundestag, Internetseite, Stand: 18. Juli 2016

Die Biographie der Abgeordneten Petra Hinz auf der Internetseite des Deutschen Bundestags. Quelle: Deutscher Bundestag, Internetseite, Stand: 18. Juli 2016

In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit. Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen. Aufgrund ihrer zeitlichen Beanspruchung als Mitglied im Rat der Stadt Essen und ihre ehrenamtlichen politischen Engagements musste sie diesen Versuch jedoch bereits nach etwa einem Jahr wieder aufgeben.

Es ist klarzustellen, dass Frau Hinz zu keinem Zeitpunkt rechtsberatend tätig war. Ihre Angestelltentätigkeit in den Jahren 1999 bis 2003 war nicht juristischer Natur.

Das politische Engagement von Frau Hinz war und ist von Aufrichtigkeit und Integrität geprägt. Sie ist daher sehr bestürzt, nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten geradezustehen. Sie bittet ihre Wegbegleiter, ihre Mitarbeiter, ihre Freunde und Familie, all die Menschen, die ihr vertraut haben, und auch die allgemeine Öffentlichkeit von ganzem Herzen um Entschuldigung.”

Ein Beitrag von Pascal Hesse.

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