10 Jahre Stiftung Universitätsmedizin

Heute (Dienstag,02.08.2016) luden die Stiftung Universitätsmedizin Essen, das UK Essen und die Medizinische Fakultät der Uni Duisburg-Essen zum Pressegespräch. Anlass: Das Jubiläum der Stiftung. 2006 gegründet hat sie in den vergangenen zehn Jahren viel erreicht. Sie zählt rund 30.000 Unterstützer deutschlandweit, hat mehr als sechs Millionen Euro Fördergelder erhalten und über 75 Projekte für die Behandlung und Betreuung von Patienten, für die Forschung und Lehre sowie für Medizinstudierende umsetzen können. Gefeiert wird das Jubeljahr offiziell erst im Oktober. Doch bereits heute konnte man einen neuen Meilenstein in der Stiftungsgeschichte verkünden: die Gründung des Deutschen Stiftungsbundes.

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Fakten zur Stiftung Universitätsmedizin Essen

  • 30.000 Unterstützer – Personen, Unternehmen und Institutionen aus allen Postleitzahlengebieten Deutschlands – konnte die Stiftung seit ihrem Bestehen gewinnen
  • Über 75 Projekte konnten umgesetzt werden – vom Segeltörn der Kinderonkologie über die Förderung innovativer Lehrkonzepte für Studierende bis zur Unterstützung von Forschungsvorhaben
  • Zwei Millionen Patienten sind seit der Gründung der Stiftung am UK Essen behandelt worden und konnten von den umgesetzten Projekten profitieren
  • 62 Medizinstudierende konnten in ihrer Ausbildung ein Stipendium erhalten, das ihnen die volle Konzentration auf ihr Studium ermöglichte
  • 500.000 Euro konnten seit 2013 im Rahmen des Medizinpreises sowie des „Hermann-Seippel-Preises – Deutscher Forschungspreis für Kinderheilkunde“, die die Stiftung Universitätsmedizin auslobt, an Preisgeldern bereitgestellt werden

[/su_pullquote]Rückblick: 2006 ist Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, heute Vorstandsvorsitzender der Stiftung Universitätsmedizin, Dekan an der Medizinischen Fakultät in Essen. Zur Realisierung bzw. Unterstützung von Projekten in Forschung, zur Versorgung von Patienten und zur Ausbildung des medizinischen Nachwuchses benötigte man Geld. Doch Fundraising ist nicht unbedingt das Kerngeschäft einer Medizinischen Fakultät. „Also haben wir jemanden eingestellt, der denken kann“, sagt Prof. Jöckel scherzhaft rückblickend. Und eben dieser Denker war Matthias Buntrock, der erste Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizine Essen. „Natürlich hätten wir auch als Fakultät selbst stiften können“, erklärt der Dekan von vor zehn Jahren. „Aber: Das Universitätsklinikum assoziiert man mit Krankenhaus, sprich der Versorgung. Die Fakultät mit Forschung und Lehre. Der Stiftungszweck jedoch dient beidem.“ Um eine Brücke zu schlagen, hat man sich also für eine eigens darauf ausgerichtete Stiftung entschieden und sie am 22. Juni 2006 gegründet.

Seit diesem Tag sind über zehn Jahre ins Land gezogen. Die Stiftung Universitätsmedizin ist mittlerweile bundesweit vernetzt und zählt 30.000 Unterstützer und Kooperationspartner in der gesamten Republik. Und so sind im Laufe der letzten Dekade mehr als sechs Millionen Euro an Fördergeldern zusammengekommen. Zum Vergleich: Das Gründungskapital 2006 betrug 210.000 Euro. Vornehmlich, zu ungefähr 40 Prozent, stammte dieser Kapital-Grundstock aus persönlichen finanziellen Beiträgen von Professoren der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikum Essen. „Die Studenten konnten wir ja schlecht um eine solche Summe bitten, also sind wir an die Professoren heran“, sagt Jöckel lächelnd. „Und sie waren sofort dabei.“ Dennoch will der Professor die ‚kleineren‘ Spender nicht vergessen. „Ein Großteil kommt natürlich durch Großspenden zusammen. Aber es sind auch die kleineren Summen, die zusammengenommen viel bewirken und gerade auch die Verbundenheit der Spender zur Universitätsmedizin in Essen ausdrücken. Wofür ich auch wirklich sehr dankbar bin.“

Dankbar ist man auch am UK Essen, wo gerade auf über 15.000 qm eine neue Kinderklinik und eine neue HNO-Klinik entstehen – ebenfalls unter anderem durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung. „Wir können uns nicht immer das leisten, was wir uns gerne wünschen würden“, sagt Thorsten Kaatze, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums. „Wir können nicht alle Projekte aus Haushaltsmitteln decken.“ Der Shuttle-Service über das große Klinikumsgelände, die Klinikclowns für die kleinen Patienten in der Kinderklinik, Sozialfonds für die sozial und finanziell Schwächeren der Gesellschaft, die Kunsttherapie für Krebskranke Kinder – „Leistungen, die es nicht auf Rezept gibt und die ohne die Unterstützung durch die Stiftung hinten rüberfallen würden“, so Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UK Essen.

Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Jochen A. Werner (l.) und der Kaufmännische Direktor Thorsten Kaatze (r.) wissen: Vieles am Uniklinikum Essen wäre ohne die Unterstützung der Stiftung nicht realisierbar. Foto: Christoph Bubbe
Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Jochen A. Werner (l.) und der Kaufmännische Direktor Thorsten Kaatze (r.) wissen: Vieles am Uniklinikum Essen wäre ohne die Unterstützung der Stiftung nicht realisierbar. Foto: Christoph Bubbe

Für die Medizin in Essen

Sowohl Prof. Werner als auch Thorsten Kaatze engagieren sich auch selbst innerhalb der Stiftung. Werner ist Mitglied des Kuratoriums, Kaatze des Stiftungsvorstands und damit auch an den Entscheidungen beteiligt, in welche Projekte das Geld fließt – und das sind mitnichten nur Projekte des UK Essen. „Der Notfallausweis ist ein wunderbares Beispiel. Eine ältere Patientin kam mal zu uns, zeigte ihren schon fast unlesbaren Notfall-Ausweis und fragte, wo sie denn einen neuen herbekäme“, erinnert sich Kaatze. Die Antwort, die man ihr geben musste, lautete leider: Nirgendwo. „Wir dachten uns aber: Stimmt, wir könnten eigentlich mal eine Neuauflage machen.“ Denn ein guter Notfall-Ausweis kann schnell zum Lebensretter werden. Bei einem medizinischen Notfall sieht der Arzt sofort, ob relevante Vorerkrankungen bestehen und welche Medikamente in welcher Dosierung eingenommen werden. Ohne Zeitverlust ist dann eine professionelle Hilfe möglich, was oft entscheidend ist. „Nicht nur für ältere Menschen ist dieser Ausweis eine gute Sache „Auch schon für Kinder ist er sinnvoll. So können hier unter anderem auch Allergien eingetragen werden, was ganz entscheidend in der Diagnose und der Medikamentenvergabe sein kann“, erklärt Prof. Jöckel. Und so brachte die Stiftung Universitätsmedizin in diesem Jahr einen neuen Notfall-Ausweis auf den Weg, der kostenlos am UK Essen, aber auch z. B. in Essener Apotheken erhältlich ist. Genau dafür stehe die Stiftung: „Sie ist für die Medizin da und für Projekte in Essen“, so Kaatze und Prof. Jöckel ergänzt: „Und der Wiederhall, die Resonanz, die wir auf den Notfall-Ausweis erhalten haben, gibt uns recht.“

Jorit Ness (l.) ist Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizin Essen, Prof. Dr. Jan Buer (Mitte) Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg Essen. Vor zehn Jahren war Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel (r.) noch der Dekan. Heute leitet er den Vorstand der Stiftung, die zu seiner Zeit an der Medizinischen Fakultät ihren Ursprung fand. Foto: Christoph Bubbe
Jorit Ness (l.) ist Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizin Essen, Prof. Dr. Jan Buer (Mitte) Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg Essen. Vor zehn Jahren war Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel (r.) noch der Dekan. Heute leitet er den Vorstand der Stiftung, die zu seiner Zeit an der Medizinischen Fakultät ihren Ursprung fand. Foto: Christoph Bubbe

Forschen, lehren, versorgen

Aber noch einmal zurück zu den Ursprüngen der Stiftung. Entstanden ist sie aus der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) unter der Federführung von Prof Jöckel als damaliger Dekan. Und für die Fakultät hat die Stiftung auch immer noch eine wichtige Bedeutung. Denn Forschung und die Ausbildung des medizinischen Nachwuchs gehören nach wie vor zu den Stifungszwecken. So konnten in den vergangenen zehn Jahren allein 62 Medizinstudenten in ihrer Ausbildung ein Stipendium erhalten, das ihnen die volle Konzentration auf ihr Studium ermöglichte. „Die Stiftung schafft Identifikation“, sagt Prof. Dr. Jan Buer, heute Dekan der Medizinischen Fakultät der UDE. „Die Messlatte für ein Medizinstudium liegt hoch. Aber auch die Rahmenbedingungen einer Universität müssen passen, um geeignete Studierende zu bekommen. Und dazu gehören neben der Infrastruktur einer Universität eben auch gute, hochqualifizierte Lehrende.“ Durch das Ausloben medizinischer Preise an der Fakultät schaffe die Stiftung einen Anreiz, gerade auch für noch jüngere Lehrkräfte, an der UDE zu dozieren.

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Festveranstaltung zum Jubiläum

Das zehnjährige Jubiläum wird die Stiftung Universitätsmedizin im Rahmen einer Festveranstaltung am 27. Oktober 2016 um 17.30 Uhr im neuen Audimax der Universität Duisburg-Essen zusammen mit Unterstützern und Freunden feiern. Im Rahmen der Veranstaltung findet ebenfalls die Verleihung des „Hermann-Seippel-Preises – Deutscher Forschungspreis für Kinderheilkunde“ unter der Schirmherrschaft von Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen statt.[/su_pullquote]Forschen und lehren an der UDE; forschen, behandeln, versorgen am UK Essen – in beiden Fällen ist die Stiftung Universitätsmedizin zu einem wichtigen Partner geworden. Doch darauf ausruhen, will man sich nicht. „Viele wollen zielgerichtet die Medizin oder gar ein bestimmtes medizinisches Gebiet unterstützen, aber das nicht unbedingt unter dem Dach unserer Stiftung, sondern mit ihrer eigenen Initiative oder ihrer eigenen Stiftung“, erklärt Jorit Ness. Ness ist seit 2012 der Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizin Essen. „Es gibt viele Stiftungen, die sich in ihrer Satzung die Vorgabe gesetzt haben, zum Teil sogar ganz konkrete medizinische Bereiche. Und wir hatten schon einige Anfragen von außen, bei der Erfüllung des Satzungszwecks zu helfen.“ So nahm man das diesjährige Jubiläumsjahr zum Anlass, eine neue Initiative ins Leben zu rufen: den Deutschen Stiftungsbund. „Die Idee war naheliegend. Die Medizin ist ein breites Themenfeld. Und unsere Vernetzung, unsere Kontakte sind mittlerweile regional und bundesweit. Warum also nicht helfen, wenn es z. B. ganz konkret um die Versorgung von Demenzkranken in Frankfurt geht?“ Der Deutsche Stiftungsbund soll wiederum ein Unterstützer solcher Stiftungsvorhaben sein. „Je nach Bedarf helfen wir z. B. bei den Vorarbeiten zur Gründung einer Stiftung, übernehmen Verwaltungsaufgaben oder vermitteln Ansprechpartner in speziellen Fachbereichen. Treuhandstiftungen, die sich unseren Themen widmen, laden wir zum gemeinsamen Austausch über Kooperationsmöglichkeiten herzlich ein.“ Die Website www.deutscherstiftungsbund.de ist seit heute online. Informationen gibt es aber auch telefonisch unter 0201/723-3765. „Stiftungen zu gründen, ist immer noch en vogue“, so Ness. „Und ich bin schon gespannt, welchen Effekt der Deutsche Stiftungsbund auch auf unsere eigene Stiftung Universitätsmedizin Essen haben wird.“

Ein Beitrag von Lars Riedel

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