In eigener Sache: Die SPD und der INFORMER

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In eigner Sache kommentiert Jöran Steinsiek

 

Zugegeben, die August-Ausgabe des INFORMER ist einseitig. Politisch betrachtet könnten wir es diesmal glatt mit dem VORWÄRTS, der Parteizeitung der SPD, aufnehmen.

In unserem INFORMER August geht es in erster Linie um Sozialdemokraten. Unsere Titelgeschichte zur NRZ ist zugleich auch die Geschichte von Dietrich Oppenberg, einem Sozialdemokraten. Mit dabei der langjährige Chefredakteur der NRZ und ehemalige Spiegel-Korrespondent Dr. Richard Kiessler, ein Sozialdemokrat. Und da ist auf der anderen Seite auch die Lebenslüge der Petra Hinz, einer Sozialdemokratin, die es vielleicht bald nicht mehr ist. Sofern ihre Partei sie vor die Tür setzt. Außerdem gibt es einen Ratsherrn, der über eine seiner Firmen mit Flüchtlingsunterkünften Millionen scheffelt und – wer hätte es erwartet? – auch Sozi ist. Welches Parteibuch seine Hintermänner haben, wenn sie denn eines haben sollten, können wir aktuell noch nicht sagen.

Wenn jetzt eingefleischte Christdemokraten fragen sollten, wieso sie so unterrepräsentiert sind, dann hätte ich da eine Antwort: Die CDU in Essen ist aktuell vor allem eines – skandalös langweilig. Während sich dieser Tage viele Genossen an der Basis fast schon ein wenig mehr Langeweile von ihrer alten Tante SPD hier in Essen wünschen würden. Und hätten bestimmt gerne auf so manche Schlagzeile der letzten Monate verzichtet. Wie etwa auf die der ehemaligen Parteichefin Britta Altenkamp, die in einer beispiellosen, öffentlichen Selbstdemontage sich und ihren eigenen Oberbürgermeister abschoss. Oder der Fall Guido Reil, ein Ratsherr aus Karnap, der mit seinen Sorgen nicht integriert werden konnte. Das wirft Fragen auf, etwa wie es dann erst mit dem eigenen Stammklientel im Essener Norden bei der nächsten Wahl laufen soll, sofern sie überhaupt noch wählen gehen? Oder hat man sie schon zugunsten der AfD abgeschrieben? Für Schlagzeilen sorgten die intransparenten Geschäfte des besagten Ratsherrn Arndt Gabriel. Nein, liebe SPD, soviel Einseitigkeit ist von uns nicht gewollt. Sie ist hausgemacht. Was wir wollen ist Glaubwürdigkeit. Deswegen schließen wir auch vor Missständen nicht die Augen.

Und das sollte auch eine Volkspartei in der aktuellen Situation nicht tun. Als SPD-Mitglied kann es nur ein Ziel geben: Glaubwürdigkeit zurückgewinnen! Der Verdacht, dass wie im Fall der Petra Hinz letztlich Abhängigkeiten über politische Karrieren in Essen entschieden haben, wiegt schwer und muss schnell aufgeklärt werden. Auch wenn die Wahrheit schmerzt. Denn sonst leidet letztlich nicht nur die SPD, sondern die Demokratie.

Jöran Steinsiek

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