Gabriels Asyl-Deal: Riskante Gifte im Flüchtlingsheim?

Sein Asyl-Deal sorgt für Ärger: Lokalpolitiker Arndt Gabriel

Der Fall des umstrittenen Lokalpolitikers Arndt Gabriel beschäftigt erneut die Justiz: Bisherige Mieter seiner Immobilien an der Münchener Straße wollen sich von dem SPD-Politiker, der kürzlich aus seiner eigenen Fraktion ausgeschlossen wurde, nicht so einfach vor die Tür setzen lassen.

Gabriel hatte die Immobilie für elf Jahre an die Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen vermietet. „Schließlich haben wir gültige Mietverträge und zahlen jeden Monat pünktlich unsere Miete“, ärgert sich ein Nutzer der Immobilie, der namentlich nicht genannt werden möchte. Der Katernberger Ratsherr hatte die Immobilie für rund 1,2 Mio. Euro erworben und für fast 6 Mio. Euro an die Stadt vermietet. Gegen die geplante Kündigung hat man sich mittlerweile mit einem Anwalt zur Wehr gesetzt und erwartet bald eine richterliche Entscheidung.

Post bekam Oberbürgermeister Thomas Kufen kürzlich von einem weiteren Mieter der geplanten Flüchtlingsimmobilie an der Münchener Straße. Das Institut für Werkstoffuntersuchungen IfW Essen GmbH warnt in einem Brief, der als Kopie auch dem Rat der Stadt zuging und dem INFORMER vorliegt, vor „katastrophalen Folgen“, sollten giftige Chemikalien aus ihrem Laborbetrieb in unbefugte Hände gelangen. So ist der von der Stadt Essen an dieser Stelle genehmigte Laborbetrieb „Tür an Tür“ mit den Dusch- und Wohnräumen der Flüchtlinge. Einzig eine „Eingangstür mit Glaseinsätzen ohne besondere Sicherungsvorkehrungen gegen Einbruch“ trennen das Institut von der Flüchtlingsunterkunft. Diese hatte die Stadt eigentlich zum 01. Juli diesen Jahres angemietet. Bislang konnte die Stadt die angemietete Immobilie nicht vertragsgemäß nutzen und die geplante Anzahl von Flüchtlingen nicht unterbringen, weil Gabriels Firma „w-sale Immobilien GmbH“ bis heute mit der Fertigstellung nicht nachkam. Unter anderem soll es gravierende Mängel an der Immobile und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes geben. Mittlerweile prüft die Stadt Essen Schadenersatzforderungen gegen Gabriels Firma.

Forderungen aus dem politischen Raum, wonach die Stadt die Auflösung der Verträge anstreben soll, sind bis jetzt noch nicht im Stadtrat diskutiert worden. Für die künftigen Bewohner dürfte die nächtliche Ruhe in der künftigen Unterkunft an der Münchener Straße zur Herausforderung werden. Im Dachgeschoss bietet ein Mieter seit Jahren Trommelkurse an. Vorwiegend in den Abendstunden.

Ein Beitrag von Jöran Steinsiek

 

 

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