Politikverdrossenheit? Nicht mit Wolfgang Bosbach …

Volker Behr, Wolfgang Bosbach und Oberbürgermeister Thomas Kufen setzten sich im "Forum Weitwinkel" mit der deutschen Innen- und Sicherheitspolitik auseinander. Foto: Sven Lorenz
Volker Behr, Wolfgang Bosbach und Oberbürgermeister Thomas Kufen setzten sich im "Forum Weitwinkel" mit der deutschen Innen- und Sicherheitspolitik auseinander. Foto: Sven Lorenz

Knapp 500 Gäste besuchten Ende Oktober die Essener Sparkassenzentrale, um dem Vortrag des CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach zum Thema: ‚Innen- und Sicherheitspolitik – vor welchen Herausforderungen steht Deutschland?‘ zu folgen.

Volker Behr, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Essen, begrüßte den ehemaligen Vorsitzenden des Innenausschusses des Deutschen Bundestages als ausgewiesenen Experten für Innen- und Sicherheitspolitik und wichtigen Mitgestalter im politischen Tagesgeschehen. Der 1952 in Bergisch Gladbach geborene Bosbach entschied sich nach einer Ausbildung und seiner Zeit als Filialleiter im Einzelhandel für eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt. Er schloss sein darauf folgendes Jura Studium 1991 ab und ist seitdem auch als selbstständiger Rechtsanwalt tätig. „Ich glaube, es wird in jeder Hinsicht eine Bereicherung sein, heute Abend einem Menschen zuzuhören, der von sich selbst sagt, dass ihm nicht die Macht wichtig ist. Wichtig ist ihm die Mitgestaltung an der Zukunft des Landes und die Frage, wie man Menschen konkret helfen kann“, erläuterte Behr.

Für sein augenzwinkerndes „Erst habe ich mich über die freundliche Begrüßung und den kräftigen Applaus gewundert, aber dann ist mir eingefallen: ich bin ja gar nicht bei meiner Partei!“ erntete Bosbach lautes Gelächter. Bosbach freute sich über die freundliche Offenheit des Publikums und das große Interesse an Politik. Seiner Meinung nach gäbe es keine Politikverdrossenheit. Im Gegenteil: Das Interesse an Politik sei selten größer gewesen. Es herrsche eher „PolitikERverdrossenheit“. Seiner persönlichen Erfahrung nach finden „80% der Menschen Politiker doof, aber 90% freuen sich, wenn sie einem begegnen.“ Ganz deutlich vertritt er die Meinung: Politik verdirbt nicht den Charakter, aber es gibt Charaktere, die die Politik verderben.

Bosbach wusste mit starken Bildern und humorigen Seitenhieben sein Publikum zu begeistern, auch wenn er Dinge thematisierte und beleuchtete, die nicht zum politischen Alltagsgeschehen gehören. Er erläuterte seinem Publikum, dass Deutschland und die meisten europäischen Nachbarländer großes Glück haben, seit so langer Zeit in Frieden und Wohlstand leben zu können. Bosbach ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass uns oftmals nur wenige Flugstunden entfernt große Konflikte in Atem halten, die die Weltpolitik vor große Herausforderungen stellen. In Deutschland und Europa trage man zwar nach Kräften dazu bei, möglichst viele menschliche Katastrophen zu entschärfen. Er warnte aber davor, die Konflikte anderer Länder zu importieren. Umfassende internationale Zusammenarbeit sah er als Schlüssel zur Lösung vieler Probleme.

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