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Samstag, 18. November 2017
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Tatort Beitz-Villa: Zeit für einen Ortstermin

Fachbereichsleiter Detlef Robrecht (l.) stellt INFORMER-Redakteur Pascal Hesse die Sicht der Stadt dar. Foto: INFORMER
Steuerberater Lothar Pues. Foto: DS Deutsche Steuerberatung

Steuerberater Lothar Pues. Foto: DS Deutsche Steuerberatung

In Bredeney schütteln die Anwohner derzeit den Kopf, wenn es um städtische Baugenehmigungen geht: Bauen oder nicht bauen, das ist hier die Frage, die zahlreiche Anwohner in Bredeney derzeit umtreibt. Gleich mehrere Bauprojekte treiben den Bürgern den Unmut ins Gesicht, den über das Vorgehen der Stadtverwaltung und des zuständigen Amt für Stadtplanung und Bauordnung im Dezernat von Stadtdirektor Hans-Jürgen Best. Dieses vergebe Baugenehmigungen nach Aktenlage, ohne sich die Lage vor Ort einmal zu Gemüte zu führen, meinen die Anwohner. „Denn wenn sich jemand die Situation vor Ort angeschaut hätte, wäre so ein Schwachsinn nie genehmigt worden“, beklagt ein Anwohner des Me- ckenstocker Wegs. Die Stadt Essen weist die Vorwürfe von sich. Ein Ortstermin.
 
Lothar Pues fragt sich, ob dieser steile Weg überhaupt eine Straße darstellt und ob aktuell überhaupt eine Sondernutzungserlaubnis vorliegt. Foto: Pascal Hesse

Lothar Pues fragt sich, ob dieser steile Weg überhaupt eine Straße darstellt und ob aktuell überhaupt eine Sondernutzungserlaubnis vorliegt. Foto: Pascal Hesse

Lothar Pues ist sauer. Mit der Stadt ist er seit Jahresbeginn im Clinch. Es geht um mehrere Bauprojekte in Bredeney, das berühmteste ist die im Eigentum von ThyssenKrupp befindliche frührere Villa von Berthold Beitz. Mehrere offene Briefe hat Pues bereits an die Stadt gerichtet. An die Bezirksvertretung haben er und weitere Anwohner sich ebenfalls gewandt. Ohne Erfolg. Es geht im Kern um die teils maroden und zu engen öffentlichen Straßen in der Nachbarschaft am Weg zur Platte, Rüttelskamp, Wolfsbach- und Meckenstocker Weg, sowie die marode Kanalisation. Immer öfter kommt es laut Anwohnern zu Rückstauen und vollgelaufenen Kellern. „Die Kanalisation ist nicht für so viele Parteien ausgelegt. Dennoch werden weitere Baugenehmigungen erteilt, anstatt erst die Infrastruktur zu verbessern“, beklagt ein Anwohner. Im Besonderen gehe es ihm wie Steuerberater Lothar Pues um die Art, wie die Stadt mit den Einwänden der Anwohner umgehe. „Wir sind denen völlig egal. Hauptsache, die Investoren sind zufrieden und können hier Luxusimmobilien bauen“, sagt Pues.

Eine Lösung gibt es am Ende nicht

Im Meckenstocker Weg, vor dem Haus von Lothar Pues, ist kein Durchkommen. Foto: Pascal Hesse

Im Meckenstocker Weg, vor dem Haus von Lothar Pues, ist kein Durchkommen. Foto: Pascal Hesse

Stadtsprecherin Silke Lenz, Detlef Robrecht vom Fachbereich Bauaufsicht, Bauberatung und Baustatik sowie Stefan Scheffel, Leiter im Büro des Stadtdirektors, nehmen sich Zeit für einen Ortstermin. Das Gespräch ist hitzig, die Meinungen gehen auseinander. Eine Lösung oder einen Kompromiss gibt es am Ende nicht. So werden die Gerichte entscheiden müssen: Zwei Klagen hat Pues bereits erhoben. Kleinbeigeben will er nicht.

Ein Beitrag von Pascal Hesse

 

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