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Mittwoch, 20. June 2018
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Wo die Wohnbau eG auf Quartiersentwicklung setzt…

Die Herthastraße an der Grenze zwischen Rüttenscheid und Bredeney. Hier realisiert die Wohnbau eG im Rahmen der Quartiersentwicklung ein modernes Neubauprojekt.

Zum Bestand der Wohnbau eG zählen etwa 4.500 Wohnungen in rund 790 Häusern. Schon seit 1903 ist die Wohnungsbaugenossenschaft in Essen aktiv. Ein stolzes Alter, auf das entsprechend auch einige Gebäude der Genossenschaft zurückblicken. So etwa die Bauten an der Hertha­straße, die um die Jahrhundertwende errichtet wurden.

Claus-Werner Genge, Kaufmännischer Vorstand der Wohnbau eG. Foto: Christoph Bubbe

Claus-Werner Genge, Kaufmännischer Vorstand der Wohnbau eG. Foto: Christoph Bubbe

„Als Genossenschaft haben wir nicht einfach ‚nur‘ Mieter. Durch ihre Genossenschaftsanteile sind unsere Kunden auch gleichzeitig Anteilseigner“, erklärt Claus-Werner Genge, Kaufmännischer Vorstand der Wohnbau eG. „Und als solche erwarten sie eine gewisse Dienstleistung von uns, die über ein bloßes Mietverhältnis hinausgeht. Und das dürfen und sollen sie auch.“ Dazu zählt mitunter, die Bestandsimmobilien an moderne Standards anzupassen – energetisch, in puncto Barrierefreiheit und Wohnqualität wie auch in Sachen Sicherheit.

Seit Mitte des Jahres 2016 ist Dr.-Ing. Jasmin Janßen neuer Technischer Vorstand der Wohnbau eG (wir berichteten). Als solcher arbeitet sie sich durch den Wohnungsbestand. „Fast alle Häuser in unserem Portfolio haben wir schon einmal im Rahmen von Sanierungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen angepackt“, so Janßen. „Jedenfalls dort, wo es sich lohnt. Bei einigen Objekten hilft aber nur neu bauen.“ Schon einer ihrer ehemaligen Professoren habe gesagt: „Der Dumme baut um, der Schlaue baut neu.“ Und eben dieser Schläue ‚Neubau statt Modernisierung‘ bedarf es bei Gebäuden in der Herthastraße in Rüttenscheid. Seit Ende 2016 sind die fünf Häuser leergezogen. Der Abriss steht kurz bevor, der Neubau soll zeitnah beginnen.

Natürlich haben Gebäude aus der Jahrhundertwende ihren Charme. Doch zeitgemäß sind sie bei Leibe nicht. Man kann es drehen und wenden, wie man will, modernen Ansprüchen werden sie nicht gerecht. Und das fängt schon mit dem Raum an. „In den Gebäuden befinden sich insgesamt 25 Wohneinheiten auf etwa 1.400 qm Wohnfläche“, erklärt Janßen. Die Neubaupläne hingegen sehen rund 1.900 qm Wohnfläche vor. Hinzu kommt eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen – auch nicht zu unterschätzen im parkraumarmen Rüttenscheid. „Vorwiegend werden 3½-Raum-Wohnungen mit 70 bis 80 qm entstehen. Aber auch größere Einheiten sowie 2½-Raum-Wohnungen mit 50 bis 60 qm sind vorgesehen. So entsteht ein guter Wohnungsmix für Junggesellen und Familien sowie für ältere Menschen.“ Gebaut wird entsprechend barrierearm. „Wir sprechen von barrierearm, weil komplett barrierefrei in einigen Fällen nicht möglich ist“, so Janßen. „An einigen Gebäuden werden sich z. B. Stufen im Eingangsbereich nicht vermeiden lassen.“ Was möglich ist, werde aber getan. So bekommen die neuen Häuser allesamt Fahrstühle, die Duschen werden ebenerdig installiert. Und auch ansonsten soll es an modernem Komfort nicht fehlen.

Dr.-Ing. Jasmin Janßen, Technischer Vorstand der Wohnbau eG. Foto: Christoph Bubbe

Dr.-Ing. Jasmin Janßen, Technischer Vorstand der Wohnbau eG. Foto: Christoph Bubbe

Auf 4,9 Mio. Euro belaufen sich die Planungskosten für dieses Neubauprojekt der Wohnbau eG. Entstehen soll eine geschlossene, aber freundliche Wohnanlage, in der sich die Bewohner wohlfühlen. Gleichzeitig  soll sie auch den historischen Charme des Viertels aufgreifen. „Unsere Pläne passen sich der avisierten Quartiersentwicklung rund um die Herthastraße an. Die Gebäude werden ihren eignenen Charakter erhalten, aber energetisch auf modernem Stand sein.“

Schon jetzt, noch bevor der Neubau begonnen hat, liegen bei der Wohnbau eG die ersten Anfragen von Wohnungsinteressenten vor. „Darunter sind neue Bewerber, aber auch ehemalige Mieter aus der Herthastraße, die mit dem Neubau zurückkehren wollen,“ sagt Genge. „Dass die Miete ansteigt, nehmen sie für den Neubau in Kauf – zumal die Mieterhöhung wirklich moderat ausfällt.“ Aber nicht nur bei neuen und ehemaligen Mietern, auch bei der Stadtspitze findet diese Quartiersentwicklung positive Resonanz.

Ein Beitrag von Lars Riedel

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