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Donnerstag, 22. June 2017
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Krupp Krankenhaus benennt Hörsaal nach seinem großen Förderer: Berthold Beitz

Geschäftsführer Dr. med. Günther Flämig und Prof. Dr. med. Peter Berlit, Ärztlicher Direktor des Krupp Krankenhauses, vor der Tafel zu Ehren von Berthold Beitz. Foto: Claudia Posern
Geschäftsführer Dr. med. Günther Flämig und Prof. Dr. med. Peter Berlit, Ärztlicher Direktor des Krupp Krankenhauses, vor der Tafel zu Ehren von Berthold Beitz. Foto: Claudia Posern

 

Von Lars Riedel

Gedachten bei der Einweihung dem Wirken von Berthold Beitz: Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. med. Günther Flämig, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Peter Berlit, Beitz-Tochter und Dr. Susanne Henle, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather und Krankenhaus-Geschäftsführerin Dr. paed. Sabine Kisselbach. (Foto: Claudia Posern)

Gedachten bei der Einweihung dem Wirken von Berthold Beitz: Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. med. Günther Flämig, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Peter Berlit, Beitz-Tochter und Dr. Susanne Henle, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather und Krankenhaus-Geschäftsführerin Dr. paed. Sabine Kisselbach. (Foto: Claudia Posern)

Gestern, 24.01.2017, weihte das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen-Rüttenscheid in einem feierlichen Akt seinen Hörsaal ein. Benannt ist er nach dem großen Förderer der Klinik: Berthold Beitz (1913–2013). Unter den Gästen war daher auch seine Tochter Dr. Susanne Henle, die selbst auch Kuratoriumsmitglied der Krupp-Stiftung ist. Und auch die Architektin des Hörsaal-Komplexes, Petra Wörner, war dabei. Ihr Vater, Heinrich Wörner, hatte schon von 1977 bis 1980 das Alfried Krupp Krankenhaus gebaut.

„Das meiste hat sich in den 125 Jahren Geschichte des Krupp Krankenhauses geändert, geblieben ist jedoch jene Dienstanweisung aus dem Jahr 1875: Der Patient soll stets gewissenhaft, liebevoll und sorgsam betreut werden“, hat Berthold Beitz einmal gesagt. Das Alfried Krupp Krankenhaus war für den großen Förderer immer eine besondere Herzensangelegenheit – aber auch ‚Sorgenkind‘. „Es gibt ein Zitat von Beitz in diesem Zusammenhang“, so Prof. Dr. Peter Berlit, Ärztlicher Direktor des Krupp Krankenhauses, in seiner Ansprache zur Einweihung des Berhold Beitz Saals: „Alfried Krupp hat mir drei Dinge hinterlassen, die Firma, seinen Weinkeller und das Krankenhaus. Der Weinkeller macht mir den geringsten Ärger.“

„Für den Hörsaalkomplex dasselbe wie für das ganze Krankenhaus: Es sollte ein ‚großer Wurf‘ sein.“

Prof. Dr. Peter Berlit, Ärztlicher Direktor der Krupp-Kliniken (Fotos: Claudia Posern)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ende der 60er Jahre, nach dem Tod Alfried Krupps 1967, war das Schicksal der Krupp`schen Krankenanstalten völlig offen. Es stand zur Debatte die Villa Hügel und das Krankenhaus für eine symbolische Mark an die Stadt zu übergeben. Doch Beitz hielt am Krankenhaus fest. Mehr noch: Er sorgte dafür, dass die Pläne des Klinik-Neubaus, die seit Jahren bereits in den Schubladen lagen, realisiert wurden. Seiner Initiative ist es auch zu verdanken, dass die Krupp-Stiftung die Trägerschaft des Krankenhauses übernahm. Insgesamt unterstützte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung die kruppschen Kliniken mit 140 Millionen Euro in den vergangenen vier Jahrzehnten. „Es ist das größte Einzel-Engagement unserer Stiftung“, so die Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Dr. Ursula Gather.

 

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather - Vorsitzende Kuratorium Krupp-Stiftung (Foto: Claudia Posern)

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather – Vorsitzende Kuratorium Krupp-Stiftung (Foto: Claudia Posern)

Ganz im Sinne
von Berthold Beitz

„Berthold Beitz war es aber sehr wichtig, dass sein Krankenhaus auf eigenen Beinen steht und unabhängig von der Unterstützung durch die Stiftung existieren kann“, sagt Prof. Berlit. „Und mit unseren zwei Häusern in Rüttenscheid und Steele haben wir dieses Ziel zuverlässig erreicht.“ Dass darüber hinaus alle Stationen nach den Vorstellungen von Berthold Beitz – er hat selbst noch die Ausstattung mit ausgesucht – auf dem neuesten Stand sind, dafür dankte der Ärztliche Direktor wiederum im Namen aller der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für ihre großzügige Unterstützung. Denn auch das gab es zu feiern: den Abschluss der mehrjährigen Sanierungsarbeiten der Klinik-Stationen.

Zwanzig Jahre nach Bezug des damaligen Neubaus standen ebenfalls größere bauliche Erneuerungen an. Wieder war Berthold Beitz die treibende Kraft – nicht nur für die finanzielle Förderung, sondern auch für die Gestaltung. „Dabei galt für den Hörsaalkomplex dasselbe wie für das ganze Krankenhaus: Es sollte ein ‚großer Wurf‘ sein. Und so entstand 2000 dieser großzügige und funktionale Saal, in dem wir jetzt sitzen“,  so Prof. Berlit.

Dr. med. Günther Flämig - Geschäftsführer Alfried Krupp Krankenhaus (Foto: Claudia Posern)

Dr. med. Günther Flämig – Geschäftsführer Alfried Krupp Krankenhaus (Foto: Claudia Posern)

Auch der Geschäftsführer des Alfried Krupp Krankenhauses, Dr. Günther Flämig, sprach von einem „wunderbaren Saal“, in dem nicht nur Studenten unterrichtet werden und regelmäßige ärztliche Fort- und Weiterbildungen stattfinden. Er beherbergt auch überregionale Kongresse, Round-Table-Diskussionen zu medizinischen Themen und – ganz im Sinne von Berthold Beitz – stets gut besuchte Seminare für Patienten und ihre Angehörigen. Als Beitz einmal beobachtete, dass ein Assistenzarzt auf dem Flur einen Patienten, der ihn grüßte, nicht zurückgrüßte, hat er ihn zur Rede gestellt: „Warum grüßen Sie Ihren Arbeitgeber nicht?“ Für Beitz war entscheidend wichtig, dass bei allem technischen Fortschritt der Medizin stets der Patient im Mittelpunkt steht.

 

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