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Mittwoch, 23. August 2017
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Der Stadion-Skandal: Es gilt, sich der Realität zu stellen!

Zu lange wurde nur rumgerätselt. Viele Fragen, keine Antworten. Jetzt wissen wir: Die Zeit rund um den Bau des Stadions, es war auch die Zeit der großen Zockerei. Eine Sport- wette unter Profis; oder zumindest unter denjenigen im Rathaus, die meinten, etwas vom Fussballgeschäft zu verstehen.

Zocken, zu hoch pokern, verlieren – all das mag legitim sein: Solange der Einsatz, den man verspielt, nicht aus der öffentlichen Hand stammt. Denn diese Mittel sollen nicht in Roulette-Tisch Atmosphäre verjubelt, sondern transparent im Sinne der Gemeinschaft verwendet werden.

Im Fall des Stadionbaus mangelt es an allem. Verschleierung unter dem Deckmantel der ‚Urbanen Belebung‘ und intransparente Fehlkalkulationen, die auf realitätsfernen Träumen beruhen sowie Verantwortliche, die den RWE mit Real Madrid verwechselt haben – all dies wird den Steuerzahler noch in den nächsten 25 Jahren teuer zu stehen kommen.

Jedes Jahr eine städtische Belastung von 4,5 Millionen Euro für ein Stadion, das während der Saison nur alle 14 Tage von einer einzigen Amateur-Sportmannschaft genutzt wird – das steht in keinerlei Verhältnis. Und darüber gehört die Öffentlichkeit und nicht nur ein kleiner, interner Kreis informiert.

Für die Stadt lohnt es sich, sich der Realität zu stellen. Trotz aller Kosten: Das Essener Stadion steht. Politik und Verwaltung täten gut daran, ihre Energie nun darauf zu verwenden, über weitergehende Nutzungskonzepte nachzudenken. Sehr viel intensiver, als es heute der Fall ist.

Sie möchten uns zu diesem oder einem anderen Thema schreiben? Hinweise bitte an: recherche@informer-online.de oder direkt an den Autor: joeran.steinsiek@informer-online.de

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