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Dienstag, 23. May 2017
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Beispielhafte Flüchtlingsarbeit: Das multikulturelle Teamplay der Johanniter im Regionalverband Essen

Als „beispielhaft“ bezeichnete Polizeipräsident Frank Richter (2.v.l.) die Arbeit der Johanniter (JUH) des Regionalverbands Essen im Flüchtlingsdorf in Mülheim-Broich. V.l.n.r.: Islamwissenschaftlerin Nina Stock, Polizeipräsident Frank Richter, Regionalvorstand Peter Tuppeck, Erster Polizeihauptkommissar Ulrich Faßbender und Sozialarbeiterin Safaa Bouchara. (Foto: JUH)

Von Lars Riedel

Beim Rundgang über das Areal an der Holzstraße konnte sich Polizeipräsident Frank Richter ein lückenloses Bild von der Unterbringung der Geflüchteten machen. (Foto: JUH)

Wenn die Polizei ‚ausrückt‘, um eine Flüchtlingsunterkunft zu besuchen, kann der Anlass durchaus ein positiver sein. So etwa in der vergangenen Woche. Frank Richter, Polizeipräsident für die Städte Essen und Mülheim, besuchte persönlich eine Unterkunft in Broich, die von den Johannitern (JUH) im Regionalverband Essen betrieben wird. „Das was die Stadt Mülheim und die Johanniter hier auf die Beine gestellt haben, ist auch über die Stadtgrenzen hinaus beispielhaft“, lautete das Fazit Richters.

Der Polizeipräsident war beeindruckt vom Betreuungs- und den verschiedenen Integrationsangeboten, die durch die professionell ausgebildeten Mitarbeiter der JUH angeboten werden. Die Johanniter kümmern sich dabei nicht nur um die Belange der Flüchtlinge, sondern organisieren den gesamten Betrieb der Einrichtung. Dies umfasst auch die Sicherheit, Reinigung und Vollversorgung. Soweit die Basics. Die JUH-Mitarbeiter koordinieren darüber hinaus aber auch die verschiedenen Integrationsangebote und stehen in regem Kontakt mit Flüchtlingen, städtischen Ämtern und Ehrenamtlichen. Für die Geflüchteten stellen die Johanniter vielfältige Kurse und Integrationshilfen bereit. So werden neben den Deutschkursen beispielsweise auch Erstorientierungskurse in der Unterkunft angeboten, die sich mit der deutschen Sprache, kulturellen Fragen und dem Leben in Deutschland auseinandersetzen. Und in der internen Kita ‚Ritterburg‘ werden die Kinder auf einen zugewiesenen Kindergartenplatz vorbereitet. Außerdem bieten Ehren- und Hauptamtliche gleichermaßen allen Schulkindern der Unterkunft eine tägliche und individuelle Hausaufgabenbetreuung an.

Polizeipräsident Frank Richter und JUH-Regionalvorstand Peter Tuppeck lassen sich die Betreuungs- und Integrationsangebote der Johanniter vor Ort erläutern. (Foto: JUH)

Integration und ein angenehmes Zuhause auf Zeit

Ergänzt werden diese Angebote durch das herausragende Gelände der Unterkunft. Eingerichtet ist das Broicher Flüchtlingsdorf auf dem Areal eines ehemaligen Sportparks. Die einstige Tennis- und Minigolfanlage an der Holzstraße bietet durch das große grüne Außengelände gerade Familien und Kindern ein angenehmes Zuhause auf Zeit. Nahe des Steinbruchs gibt es zudem einen kleinen Park, in dem sich die Bewohner im geschützten Bereich der Unterkunft zu Spaziergängen zurückziehen können. Verschiedene Leichtbauhallen bieten den Bewohnern gemeinsame Orte für spielerische Aktivitäten und die Möglichkeit, sich auszutauschen.

JUH-Flüchtlingsunterkünfte auch in Essen und Bottrop

Die Flüchtlinge werden hier optimal auf das Leben in der Stadtgesellschaft vorbereitet, so dass auch später die Integration erfolgreich weitergeführt werden kann – gerade auch deshalb bezeichnet Frank Richter das Flüchtlingsdorf an der Mülheimer Holzstraße als „über die Stadtgrenzen hinaus beispielhaft“. Auch in Essen und in Bottrop betreiben die Johanniter Flüchtlingsunterkünfte. Der Schlüssel zum Erfolg dieser Unterbringungs- und Betreuungsangebote liegt letztlich in den Mitarbeitern vor Ort. Für die Entwicklung des Betreuungsangebots ist ein multikulturelles Team aus Sozialpädagogen, Sozialarbeitern, einer Islamwissenschaftlerin sowie Betreuungshelfern mit verschiedenen Sprachkompetenzen verantwortlich.

Zeit für ein gutes Gespräch: Am Tisch konnte sich das Team der Johanniter noch einmal mit der Polizei über ihre Arbeit mit den Geflüchteten austauschen. (Foto: JUH)

„Besonders die sprachliche Kompetenz und die multikulturelle Zusammensetzung tragen erheblich zur erfolgreichen Arbeit bei“, lobt der Polizeipräsident die ausgewogene Teamarbeit. Die JUH legt Wert auf eine qualifizierte Ausbildung. Deshalb werden die Mitarbeiter in der Johanniter-Akademie zu Themen wie Integration, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Erste Hilfe, Länderkunde, Asylrecht und Deeskalation speziell ausgebildet. Und wie in den anderen Dienstbereichen auch haben die Johanniter ebenfalls bei der Arbeit mit den Geflüchteten ein wesentliches Augenmerk auf Qualität, Strukturen und Nachhaltigkeit. So wurde für die stationäre und mobile Flüchtlingshilfe ein eigenes Qualitätsmanagement erarbeitet. Im vergangenen Jahr zertifizierte der TÜV dieses nach der internationalen Norm DIN EN ISO 9001.

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