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Mittwoch, 13. December 2017
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Erst die Stadt, dann die Partei.

„Suchet der Stadt Bestes“, heisst es in Jeremia 29,7 geschrieben. Haben sich die Ratsvertreter davon leiten lassen, als sie Gerhard Grabenkamp zum Kämmerer wählten?
 
Oder war es eine parteipolitisch motivierte Entscheidung, die den bisherigen Fraktionsgeschäftsführer der CDU in das wichtige Amt brachten? Parteizugehörigkeit vor Qualifikation? Was auf den ersten Blick mutmaßen lässt, ändert sich bei genauer Betrachtung. Die breite Unterstützung für diese Personalentscheidung ist beeindruckend: CDU, SPD, ESSENER BÜRGER BÜNDNIS und auch aus Reihen von FDP und GRÜNE. Grabenkamp weiß, wovon er spricht. Kennt die Verwaltung und die Finanzen. Er kennt aber auch die Ränkespiele in der Politik. Bemerkenswert an diesem Punkt: Von Seiten des Koalitionspartners SPD gab es schon früh Rückendeckung für den Vorschlag innerhalb der großen Koalition.
 
Für rechts-links-denkende Parteistrategen mag es einer Kapitulation der Sozialdemokraten gleich kommen, wenn wieder eine Dezernats-Leitung aus den Reihen der Christdemokraten besetzt wird. Aber es ist vor allem ein Akt der politischen Glaubwürdigkeit. Oder gab es einen sozialdemokratischen Kandidaten, der mit der Vita und Fachkompetenz eines Gerhard Grabenkamp aufschlagen konnte? Und gleichzeitig den Essener Haushalt kennt wie kaum jemand in dieser Stadt? Nein! Die Sozialdemokraten haben bei dieser wichtigen Wahl gezeigt, dass ihnen das Wohl der Stadt wichtiger ist als parteitaktische Überlegungen. Hut ab!

 

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