Mit Theater und Tanz zum besseren Sozialverhalten

In der Pausenhalle der Essener Hövelschule fand eine echte Premiere statt: Alle Kinder der 1. Klasse tanzten nach der Musik von ‚Human‘ unter der Leitung der Tanzpädagogin Wendy Weldon ihr erstes gemeinsames Stück! Anlass war die Vorstellung eines Projektes der Hövelschule, der Hüttmannschule, Grundschule Nordviertel und der Schule am Wasserturm. Alle vier Grundschulen liegen in Stadtteilen mit besonders schwachen Sozialstrukturen, heterogener Schülerschaft, mit einem hohen Anteil an Kindern mit Armutshintergrund. Das Projekt fördert die Anneliese Brost-Stiftung über einen Zeitraum von mind. drei Schuljahren mit einem Betrag von mehr als 140.000 Euro.

Bobachten die Kinder der ersten Klasse der Hövelschule bei ihrer Tanzpremiere zu den Klängen von ‚Human‘ (v.l.): Felix Busch (Leiter Hövelschule), Peter Renzel (Sozialdezernent Stadt Essen), Esther Aust (Theaterpädagogin Schauspiel Essen) und Winfried Bega (Leiter Schule am Wasserturm).

Peter Renzel, der zuständige Beigeordnete der Stadt Essen fasst die Zielsetzung des Projektes zusammen: „Wir wollen gemeinsam gelungene Bildungsbiographien insbesondere durch die zusätzliche Unterstützung von Schülerinnen und Schülern im Bereich der Bildungsübergänge von der Kindertagesstätte in die Grundschule und von der Grundschule zur weiterführenden Schule schaffen“, so der Sozialdezernent. „Durch die Förderung der Anneliese Brost-Stiftung können nicht nur Maßnahmen aus der kulturellen Bildung erprobt werden, die mit den originären Mitteln der Schule nicht möglich wären.“ Im Mittelpunkt stehe die Förderung des Sozialverhaltens, die Herstellung eines gesunden und fairen Lernklimas und die Vermittlung im Umgang mit Frustrationen und Konflikten, wie Felix Busch, Schulleiter der Hövelschule ergänzend erklärt. „Die Förderung der Kinder in den Übergangen bezieht sich zurzeit auf die Stabilisierung von Schlüsselkompetenzen mithilfe tanz- und theaterpädagogischer Maßnahmen.“

Dabei helfen die Theaterpädagogin vom Schauspiel Essen Esther Aust und die Tanzpädagogin Wendy Weldon, die gemeinsam mit Honorarkräften in den Klassen 1 die Kontaktbereitschaft mithilfe von Tanz- und Bewegungsspielen Stärken sollen. Damit sollen auch Alternativen zur Kontaktaufnahme erprobt und eine Erhöhen des gegenseitigen Vertrauens, der Abbau von Vorurteilen und das Erleben von Gemeinschaft erlebbar werden.

Zurzeit finden theaterpädagogische Schnupperkurse in den 3. Klassen statt. Zukünftig können in allen Klassen 4 einmal in der Woche theaterpädagogische Maßnahmen inkl. Rollenspielen realisiert werden, mit die Achtsamkeit für sich selbst und andere erhöht werden. Die Wahrnehmung und das Ausdrücken von Emotionen/Bedürfnissen, der Umgang mit Wut und Gruppendruck, die Entspannung, der Einsatz von Mut gewinnen damit eine andere Bedeutung. „Das ist nicht die einzige Projekt unserer Stiftung für die beteiligten Grundschulen, weil wir sicher sind, dass Maßnahmen der kulturellen und sportlichen Entwicklung die Förderung des Sozialverhaltens nachhaltig unterstützen“, so Dieter Greese, Vorstand der Anneliese Brost-Stiftung.

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