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Mittwoch, 18. October 2017
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Im Urlaub mit Gevatter Tod

(Foto: Martin Kaufhold)

Man stelle sich vor, es klingelt an der Tür und davor steht ein Mann: „Guten Tag. Ich bin der Tod, und Sie müssen jetzt mitkommen. Sie haben noch drei Minuten Zeit, um über alles nachzudenken.“ Eine ziemlich unschöne Situation. Doch genau so geht es der Hauptfigur in ‚Sophia, der Tod und ich‘ – am 07. Juli letztmalig in dieser Spielzeit auf der Bühne des Grillo-Theaters zu sehen.

Der Tod höchstpersönlich steht auf der Matte und wartet, dass sein Reisegast seine letzten drei Minuten Lebenszeit sinnvoll nutzt. Mehr noch: Der Sensemann weiß zudem alles besser und denkt gar nicht daran, sich seine Kommentare zu verkneifen. Da trudelt kurz vor Ablauf der Frist Ex-Freundin Sophia ein und stört den Gevatter bei der Arbeit. Der Tod ist verwirrt und beschließt, die Erfüllung seines Auftrags noch ein bisschen zu verschieben. Kurzurlaub, quasi.

Für die ungewöhnliche Reisegruppe in Thees Uhlmanns Debütroman wird es eine Fahrt quer durch Deutschland, geprägt von skurrilen Momenten und der tollpatschigen Naivität, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt. Es ist auch eine Reise durch das Leben eines Singles Ende Dreißig, der täglich eine Postkarte für seinen Sohn zeichnet und Zuflucht im Fußball sucht, der phlegmatisch und damit auch noch zufrieden ist, bis sich sein ganzes Leben im Angesicht des Sensenmannes höchstpersönlich plötzlich noch einmal verdichtet. Thees Uhlmann, bekannt als Sänger der Band Tomte und seit 2011 auf Solopfaden unterwegs, schafft mit ‚Sophia, der Tod und ich‘ eine irrsinnig-witzige Auseinandersetzung mit dem Sterben, in der er gleichzeitig die ganze Herrlichkeit des Lebens feiert. Tickets 11 €.

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