Skulpturen-Ausstellung in der Villa Kampschulte: Die Kraft, die dem Stein innewohnt

Zum vierten Mal wird der Garten der Villa Kampschulte/Rosendahl in Bredeney (Graf-Bernadotte-Strasse 15) zu einer Landschaftsgalerie, die in diesem Sommer für ein Wochende (7. bis 9. Juli) für das Publikum geöffnet wird. Dabei verwandeln sich auch die ehemalige Kellergartenräume in Ausstellungsräume. Gezeigt werden Steinskulpturen von Anne Kampschulte und sowie Objelte/Skulpturen und Malerei von Manfred Hermanns.

Die 1926 im Art-déco Stil erbaute Backsteinvilla wurde durch die Architekten Eggeling und Schaefer 1924 auf einem nahezu quadratischen Grundriss mit Walmdach entworfen. Seit 1933 im Besitz der Familie hat sie die Bombardierungen des Krieges überlebt. Hugo Rosendahl, der Grossvater der Künstlerin, war zwischen 1945/46 der erste Essener Oberbürgermeister nach dem zweiten Weltkrieg. Er kaufte breits 1933 die Villa, die – trotz starker Schieflage durch Bergschäden – bis heute ein Blickfang geblieben ist. Alles befindet sich im Originalzustand. Aus diesem Grund wurde die zweigeschossige Backsteinvilla auch 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Und so blieb dieser Ort ein Symbol für Schönheit und Zerfall.

2013 hat Anne Kampschulte die Idee umgesetzt, eine Ausstellung ihrer in Spanien erschaffenen Steinskulpturen in dem Garten und dem ehemaligen Gymnastikraum der Familienvilla zu organisieren, mit dem Ziel vor Augen: Das reizvolle Ambiente der gegenwärtigen Vergangenheit und Geborgenheit einer neuen kreativen Zukunft zu öffnen. Aus dieser Idee heraus entstand ein Projekt, dass sie gemeinsam mit in der Nähe von Essen ansässigen Künstlerfreunden realisiert. Mit Ausnahme des letzten Jahres fand seit 2013 in jedem Sommer eine Ausstellung mit verschiedenen Künstlerfreunden statt.

Das Ausstellungsprojekt ‚Allerlei‘ zeigt die Steinskulpturen der Bildhauerin. Als Künsterlfreund ist in diesem Jahr der Dinslakener Manfred Hermanns eingeladen, der einen Ausschnitt aus seinem umfassenden Schaffen mit den verschiedensten Materialien zeigt.

Über die Kraft, die dem Stein innewohnt

Anne Kampschulte, geborene Essenerin, lebt seit 1991 in Spanien. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Steinbildhauerin. In der Ausstellung sind Werke der Schaffensphase der letzten 10 Jahre zu sehen. Als Bildhauerin im traditionelles Sinne ist Anne Kampschulte bestrebt, die Ausstrahlung und Ausdruckskraft einer Skulptur in den Raum zu entfalten. In ihrem bevorzugten Material Stein arbeitet sie mit elementaren Konzepten wie Wachstum, Bewegung, Gleichgewicht und Proportionen. „Ich möchte die Kraft freisetzen, die dem Stein innewohnt“, so die Künstlerin. Und so kombiniert sie elementare Formelemente zu abstrakten Kompositionen, die zugleich fragil und kraftvoll mit dem Gleichgewicht spielen und den Stein in Bewegung versetzen. Solche Art von

Stapelungen bilden einen der Schwerpunkte der Ausstellung im sogenannten ‚white cube‘, einem fast quadratischen Kellerraum. Hier wurden konsequent Skulpturen in schwarzem und weissen Marmor ausgewählt, die mit den abstrakten Werkzyklus ‚Black and white‘ Manfred Hermanns in Dialog treten.

Manfred Hermanns zeigt in diesem Jahr zeigt als Gastkünstler aus seinem breit gestreuten Werk Eisenobjekte, Objektmontagen und Malerei in der Villa Kampschulte. Seine Werke sind überwiegend in den 80er Jahren entstanden. Sie sind Symbole und Zeugnisse von Zerfall und Morbidität der Wegwerfgesellschaft.

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