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Mittwoch, 24. Januar 2018
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Stadtwerke Essen fühlen sich von AfD instrumentalisiert

https://www.youtube.com/watch?v=F6ItCQijFPU&feature=youtu.be&t=5m23s
‚Klaro‘, das Maskottchen der Stadtwerke Essen hebt im Bundestagswahlkampf gemeinsam mit AfD-Kandidat Stefan Keuter beide Daumen für die AfD. Screenshot: www.YouTube.com

Von Pascal Hesse*

‚Klaro‘, das Maskottchen der Stadtwerke Essen macht im Bundestagswahlkampf für die Partei ‚Alternative für Deutschland‘ (AfD) beide Daumen hoch – so geschehen am 26. August auf dem Wottelfest in Heisingen. Die Partei hat die Szenerie in einem Video festgehalten, das sie in ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht hat. „Lustig besonders am Ende des Videos: Karlo drückt uns die Daumen… aber seht selbst!“, heißt es seitens der Partei in der Beschreibung des Videos. Im Video selbst ist an der Seite von ‚Klaro‘ AfD-Direktkandidat und Kreisvorsitzender Stefan Keuter zu sehen, der seine Partei ins rechte Licht rückt. Die Stadtwerke Essen zeigen sich hingegen wenig begeistert von der Wahlkampf-Aktion ihres Maskottchen.

Stadtwerke distanstieren sich vom YouTube-Video der Partei

 
 „Wir distanzieren uns nachdrücklich von dem Youtube-Video der AfD“, heißt es auf der Internetseite der Stadtwerke Essen. Das Unternehmen positioniere sich weder politisch, noch lassen es sich als lokales Versorgungsunternehmen politisch instrumentalisieren. Die Stadtwerke versuchen den Vorfall in ihrer Stellungnahme zu erklären: „Das Maskottchen Karlo der Stadtwerke Essen trat am vergangenen Wochenende auf dem Wottelfest in Heisingen auf. Wie stets bei derlei Festivitäten haben wir unser Maskottchen eingesetzt, um Süßigkeiten zu verteilen und in erster Linie Kindern eine Freude zu machen. Das machten sich die Wahlkämpfer der Partei AfD zu Nutze, indem sie sich mit Karlo filmen ließen“, heißt es.
Auf seiner eigenen Facebook-Seite wirbt AfD-Mann Keuter ebenfalls mit 'Klaro', dem Maskottchen der Stadtwerke Essen. Screenshot: https://www.facebook.com/Stefan.Keuter.AfD

Auf seiner eigenen Facebook-Seite wirbt AfD-Mann Keuter ebenfalls mit ‚Klaro‘, dem Maskottchen der Stadtwerke Essen. Screenshot: https://www.facebook.com/Stefan.Keuter.AfD

Zum Verständnis: Dem Darsteller des Stadtwerke-Maskottchens Karlo sei laut Angabe des Versorungsunternehmens nicht bewusst gewesen, wer sich an seine Seite gestellt hatte. „Das Sichtfeld der Darsteller ist durch das Kostüm eingeschränkt, so dass zwar der Blick nach vorn in Laufrichtung möglich, aber das nähere Umfeld nicht wahrzunehmen ist. Aus diesem Grund wird das Maskottchen auch stets durch einen Begleiter geführt. Dieser war in diesem Fall damit beschäftigt, Werbematerialien an Passanten zu verteilen, die sich zuvor mit Karlo hatten fotografieren lassen. Als Darsteller und Begleiter sich der Situation gewahr wurden, haben beide am Stand der AfD darauf bestanden, das angefertigte Material zu löschen. Damit hat die AfD trotz des bekannten entgegenstehenden Willens der Stadtwerke Essen das Material für den eigenen Wahlkampf missbraucht“, so die Stadtwerke. Dem seien die AfD beziehungsweise deren Vertreter Keuter offenbar nicht nur nicht nachgekommen – sondern vielmehr habe die AfD beziehungsweise deren Vertreter Keuter trotz der unmissverständlichen Löschungsaufforderung das Material veröffentlicht und verbreitet, schreiben die Stadtwerke auf ihrer Internetseite.

Juristische Maßnahmen gegen AfD eingeleitet

Das Versorgungsunternhemen macht in seiner Stellungnahme ebenfalls deutlich, dass es nunmehr juristische Maßnahmen gegen die AfD ergriffen habe, um der Partei die weitere Nutzung des Materials zu untersagen, welches ohne Wissen und Einverständnis der Stadtwerke Essen angefertigt sowie veröffentlicht und verbreitet wurde.

*Anmerkung der Redaktion: Pascal Hesse ist unabhängig von seiner Tätigkeit als Redakteur des INFORMER ebenso als angestellter Bundespressesprecher der Piratenpartei Deutschland in Berlin tätig. Die Redaktion achtet auf die strikte redaktionelle Trennung beider Tätigkeiten.
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