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Mittwoch, 18. October 2017
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Der INFORMER-Ratgeber Gesundheit von Kampfkunst-Experte Sensei Alfons Pinders – Oktober 2017

Es war im September, gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl: Werner (68 J.), sitzt auf der Terrasse eines Cafés auf der Rüttenscheider Straße. Auf dem Tisch stehen ein Teller mit Käsebrötchen und eine Tasse Milchkaffee. Als ich mich grüßender Weise dazusetze, lunkert er mit wachen Augen über seine Zeitung hoch und ruft freudig strahlend: „Alfons! Gut, dass ich Dich treffe.“ Er legt zackig die Zeitung zur Seite, schaut sich versichernd um, dass ihn auch keiner hört, und startet in Agentenmanier mit leiser Stimme seinen Monolog, der von kurzen, schnellen, gestikulierenden Händen begleitet wird. „Weißt Du, man wird ja schnell in eine Richtung gesteckt.“ Er macht nach dem Satz eine Pause und startet neu: „Alfons, ich brauche einen Selbstverteidigungskurs. Leider konnte ich zu dem letzten Sicherheitssymposium nicht kommen. Ich interessiere mich sehr für die Kriminalitätsentwicklung und natürlich für die Sicherheit, besonders die meiner Familie. Weißt du, es ist grausam hier“, sagt Werner. „Schau dich doch um! Überall Gewalt, Terror, Amok, Attentat.“

Sicher ist sicher

Es mache ihn krank. „Ich habe das Gefühl, nichts ist mehr wie vor 2015. Wo kann man noch sicher sein 2016 die Amokfahrt eines IS-Idioten mit einem Lastwagen in Nizza. Dann rast der als Gefährder bekannte Anis Amri in eine Menschenmenge auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Und vor kurzem eine ähnliche Irrsinnsfahrt in Barcelona.“ Werner holt kurz Luft und schaut nachdenklich auf den Tisch zwischen uns. Er fährt fort: „Weißt Du, Alfons, es ist traurig. Meine Tochter lasse ich, nachdem Flüchtlinge Frauen im Grugabad begrabscht haben, nicht mehr dort schwimmen. Wenn ich das von den Parteien in der Zeitung lese ‚Wir sorgen für innere Sicherheit!‘ – Wo denn?! Libanesische Großfamilien liefern sich eine Schießerei auf der Friedrich-Ebert-Straße und erschießen einen. Jugendliche Intensivtäter erschlagen für eine Zigarette einen 43-jährigen Mann auf dem Weg zu seiner Arbeit. Drei Afghanen vergewaltigen ein junges Mädchen auf offener Straße. Wo ist denn unsere Sicherheit? Ich gehöre nicht zu denen, die ihre Augen verschließen.“

Werner sind sein Frust und seine Hilflosigkeit anzumerken. Die Kellnerin kommt leise herbei und bringt mir einen Kaffee, den sie vorher, unbemerkt von Werner, aufgenommen hatte. Werner pausiert und ich nippe am Kaffee. Viele Gedanken gehen durch meinen Kopf. Reagiert Werner über? Spinnt er? Spricht er das aus, was viele denken? Ist es nicht legitim, sich zu sorgen – um sein Umfeld und seine Familie? Möchte nicht jeder seine Familie und sich schützen können?

Fortsetzung folgt.

 

 

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