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Mittwoch, 13. December 2017
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Beschlossene Sache: Simone Raskob wird neue Sportdezernentin

Die bisherige Bau- und Umweltdezernentin Simone Raskob. Foto: Christoph Bubbe /INFORMER Archiv

Von Pascal Hesse* und Jöran Steinsiek

Der Stadtrat hat den Verwaltungsvorstand der Stadt Essen jüngst neu geordnet. Offen gelassen hat er die Frage, wer künftig den krisenbehafteten Sportbereich übernimmt. Ab dem 1. Januar 2018 wird hier eine Neubesetzung notwendig sein, da der scheidende Kultur- und Sportdezernent Andreas Bomheuer in den Ruhestand geht. Wie der INFORMER nun exklusiv erfuhr, ist die Besetzung der Position mit der bisherigen Dezernentin für Umwelt und Bauen, Simone Raskob (Foto), im Rathaus beschlossene Sache.

Bereits am 21. und 22. November haben der Ausschuss der Sport- und Bäderbetriebe Essen sowie der Rat der Stadt Essen den ‚Sachstandsbericht und die ergebnisoffene Darstellung der möglichen zu-künftigen Neuausrichtung des Sportbereichs‚ zur Kenntnis genommen. Wie der INFORMER bereits in seiner Oktober-Ausgabe berichtet hat, war Raskob als Nachfolge für den Sportbereich im Gespräch. Dem Vernehmen nach soll sie sich bis zuletzt dagegen gesträubt haben. Wir fragten seinerzeit: Umweltdezernentin Raskob: Kann sie Sport?

Wie ein hoher Funktionär der Essener Sportszene gegenüber auf Nachfrage süffisant bemerkt: „Hoffentlich wird der Bau der Sportinfrastruktur in Essen am Ende nicht genau so teuer wie das Stadion. Hierfür war sie schließlich auch verantwortlich – als Baudezernentin.“

Ob mit der Umbesetzung  zudem eine Änderung im Referatszuschnitt der Dezernentin einhergehen soll, ist bislang unklar. Im Gespräch ist ebenfalls, dass Raskob das Baudezernat an Stadtdirektor Hans-Jürgen Best abgeben soll, der bislang nur den Bereich Planen innehat. „Bauen und Planen gehören zusammen, so wie es früher einmal war“, heißt es. Best wurde seinerzeit vom Viererbündnis aus CDU, Grünen, FDP und EBB in seinen Aufgaben beschnitten, sodass der Grünen-nahen Umweltdezernentin mit dem Baubereich ein adäquates Dezernat geboten werden konnte. Unter Dach und Fach ist diese Änderung aber noch nicht.

Hintergrund: Der Verwaltungsvorstand der Stadt

Die hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt Essen – hierzu gehören auch der Stadtdirektor und der Stadtkämmerer – bilden zusammen mit dem Oberbürgermeister den Verwaltungsvorstand. Er funktioniert, ähnlich wie der Vorstand einer AG, mit dem Oberbürgermeister als Vorsitzenden. Der Verwaltungsvorstand wirkt insbesondere mit bei den Grundsätzen der Organisation und der Verwaltungsführung, der Planung von Verwaltungsaufgaben mit besonderer Bedeutung, der Aufstellung des Haushaltsplans, unbeschadet der Rechte des Kämmerers, den Grundsätzen der Personalführung und Personalverwaltung. Der Rat der Stadt entscheidet mehrheitlich darüber, wer dem Verwaltungsvorstand angehört und wählt deren Mitglieder – bis auf den Oberbürgermeister, der direkt gewählt wird. Er legt zudem die Geschäftsverteilung fest, kann Dezernate somit vergrößern oder verkleinern. Der Verwaltungsvorstand wird vom Oberbürgermeister zur gemeinsamen Beratung – in der Regel dienstags – einberufen. Der Oberbürgermeister führt den Vorsitz und entscheidet bei Meinungsverschiedenheiten.

*Anmerkung der Redaktion: Pascal Hesse ist unabhängig von seiner Tätigkeit als Redakteur des INFORMER ebenso als angestellter Bundespressesprecher der Piratenpartei Deutschland in Berlin tätig. Die Redaktion achtet auf die strikte redaktionelle Trennung beider Tätigkeiten.
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