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Mittwoch, 13. December 2017
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Auseinandergelebt? Die Junge Union und die Bundeskanzlerin – ein Gastkommentar

CDU-Vorsitzende Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Deutschlandtag 2017 der Jungen Union in Dresden. Foto: Luca Ducree

Ein Gastkommentar von Luca Ducree*

Viel wurde geschrieben in der Presse, vor und nach dem Deutschlandtag im Oktober in Dresden – über einen möglichen Dissens zwischen der Jungen Union Deutschlands (JU) und der CDU-Parteivorsitzenden, Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Die Presse sprach vor der Veranstaltung von einer aufgeheizten Stimmung gegen die Bundeskanzlerin innerhalb der JU. Gerade nach der Auftaktrede von Jens Spahn wurden diese Erwartungen noch verstärkt. Bis spät in die Nacht spekulierte die Presse damals über das Ausmaß des Protests in der Halle am nächsten Tag. Das Gegenteil war allerdings der Fall. Eine Rückschau auf den Deutschlandtag und die aktuelle Situation: Haben sich die Bundeskanzlerin und die Junge Union auseinandergelebt?

Zum Autor: Luca Ducree ist Beisitzer im Vorstand der Jungen Union Ruhrgebiet und stellvertretender Kreisvorsitzender Jungen Union Essen. In der CDU ist er ebenfalls engagiert, als Beisitzer im Ortsvorstand der CDU Kray/Leithe.

Gastautor Luca Ducree. Foto: INFORMER

Beim Deutschlandtag wurde die Bundeskanzlerin mit minutenlangen Standing Ovations, wie auch alle anderen Gäste, begrüßt. Nur wenige blieben sitzen, einige hielten Banner hoch und die Junge Union Bayern forderte mit Plakaten die Einführung der Obergrenze. Auch vor die Halle verirrten sich in Dresden nur wenige Demonstranten. Nach der Rede von Frau Dr. Merkel, in der sie die Kernforderung der JU direkt abräumte (Zustimmung zu einem Sonderparteitag zum Koalitionsvertrag und wahrscheinlich friedliche Einigung, am nächsten Tag, mit der Schwesterpartei CSU zur Obergrenze), wurde schnell klar: Es wird auf ein versöhnliches Aufeinandertreffen an diesem Samstagmittag zwischen dem Parteinachwuchs und ihrer Parteichefin hinauslaufen.

Zwar wurden viele kritische, in der Sache richtige, Nachfragen zur unter anderem der Verbindlichkeit von Parteitagsbeschlüssen und zur Regelung von Zuwanderung gestellt, diese wurden aber, wie bei der JU üblich, sachlich und fair diskutiert und von Frau Dr. Merkel beantwortet, die sich viel Zeit nahm und über eine halbe Stunde die Fragerunde überzog. Lediglich ein Delegierter aus Nordrhein-Westfalen brachte eine Rücktrittsforderung gegen die Bundeskanzlerin hervor. Diese wurde mit Pfiffen und Buh-Rufen quittiert. Natürlich nicht die feinste Art und Weise. Aber gerade daraus wurde klar: Die Junge Union steht hinter ihrer Bundeskanzlerin, gestern wie heute.

Dass der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, der Einladung nicht folgte und Generalsekretär Peter Tauber trotz abgesagten Grußwortes den Weg in die Halle fand, waren sicherlich die brisanteren Erkenntnisse. Denn weder Volker Kauder, noch Peter Tauber (mit Buh-Rufen empfangen) besitzen noch Rückhalt in der Basis der Jungen Union. Über diese Personalien hätte die Junge Union mit Sicherheit lieber diskutiert und vor allem hier wären Konsequenzen gern gesehen gewesen. Diesen Eindruck konnte man auf jeden Fall in vielen Gesprächen und aus der Stimmung der Delegierten gewinnen. Am Ende kann man nur zu einer Erkenntnis kommen: Es gibt keinen Bruch zwischen der Jungen Union und der Bundeskanzlerin sowie CDU-Parteivorsitzenden.

Im Gegenteil – Die Union steht zusammen. Das gilt nach den gescheiterten Sondierungen mit FDP und Grünen bezüglich einer Jamaika-Koalition ebenso, wie in der aktuellen Phase – in der Bundeskanzlerin Dr. Merkel zwar noch geschäftsführend im Amt ist, jedoch keine Mehrheit im Deutschen Bundestag besitzt. Die Junge Union wird – und da bin ich mir sicher – hinter ihren Entscheidungen stehen, um Deutschland auch in dieser Legislaturperiode weiterhin christlich und sozial zu regieren, ob mit der SPD zusammen, oder in einer Minderheitsregierung mit der CSU.

*Über den Autor:
Luca Ducree ist Beisitzer im Vorstand der Jungen Union Ruhrgebiet und stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union Essen. In der CDU ist er ebenfalls engagiert, als Beisitzer im Ortsvorstand der CDU Kray/Leithe.
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