Auf Nummer sicher im Colosseum

In den Vorbereitungen zum Tag der Sicherheit am 3. März (v.l.): Kriminalhauptkommissar Lutz Müller, Moderator Uwe Loch, Frank Skrube von der Wohnbau eG und Arndt Sauer vom Mehrgenerationenhaus Essen. (Foto: Lars Riedel)

Die Wohnbau eG veranstaltet am 3. März den 1. Tag der Sicherheit.

Jeder Mensch will sich sicher fühlen. Das gilt vor allem in den eigenen vier Wänden. Doch die Realität sieht leider anders aus. Die Zahlen sprechen für sich: 2016 (Anm. d. Red.: Statistik für 2017 liegt noch nicht vor) kam es in Essen zu 2.218 Wohnungseinbrüchen, wovon lediglich 13,3 % aufgeklärt werden konnten. Im Schnitt lag der wirtschaftliche Schaden bei 5.370 Euro pro vollendeten Einbruch. Vom seelischen Schaden, sich in der eigenen Wohnung nicht mehr sicher zu fühlen, den das Eindringen in die Intimsphäre mit sich bringt, ganz zu schweigen. „Deshalb ist das Thema Sicherheit für jeden Menschen von großer Bedeutung“, sagt Frank Skrube, Marketingleiter der Wohnbau eG. Und daher veranstaltet die Essener Wohnungsbaugenossenschaft nun erstmalig den Tag der Sicherheit im Colosseum Theater.

Sicheres Wohnen ist der Wohnbau eG ein besonderes Anliegen. „Wir hatten all unsere Wohnungen bereits mit Feuermeldern ausgestattet, schon lange bevor es zur gesetzlichen Pflicht wurde“, erzählt Skrube. Bei Neubauten und der Sanierung bestehender Objekte wird die Genossenschaft künftig auch noch enger mit der Polizei zusammenarbeiten. „Wie schaltet man tote Winkel im Wohnumfeld aus? Was kann man machen, um die Haustüren noch sicherer zu machen? Wie kann man die Beleuchtung zur Abwehr von Einbrechern einsetzen? Alles Fragen, die bei der Umsetzung nicht viel Geld kosten, wenn man schon bei der Planung daran denkt und sie mit den Experten der Polizei bespricht.“

Experten aus verschiedenen Fachgebieten

Als nächstes steht nun aber erst einmal der erste Tag der Sicherheit am 3. März an. Neben dem Informationsangebot des Malteser Hilfsdienstes wird auch das KK KP/O der Polizei Essen im Colusseum Theater vor Ort sein. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das Kriminalkommissariat Kriminalprävention Opferschutz. „Zum einen geben wir jenen Hilfestellung, die bereits Opfer eines Einbruchs geworden sind“, erklärt Kriminalhauptkommissar Lutz Müller. „Vor allem wollen wir aber darüber informieren, was jeder von uns unternehmen kann, damit es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt. Die Maßnahmen reichen von technicher Prävention – etwa an Türen und Fenstern – über Listen von uns zertifizierten, seriösen Unternehmen für die Umsetzung bis hin zu Tipps für das eigene Verhalten“, so Müller. Denn schon ein überfüllter Briefkasten oder ein Stapel Zeitungen vor der Tür zeigten dem potenziellen Einbrecher: Hier ist keiner zu Hause, hier könnte sich ein Einbruch lohnen.

Zum Thema Sicherheit gehört jedoch viel mehr als der Schutz vor Langfingern. Es geht ebenfalls darum, aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein. „Sicheres Wohnen schließt den sozialen Bereich mit ein“, erklärt Arndt Sauer. Sauer leitet das Mehrgenerationenhaus in Essen. „Über Jahrzehnte wurde die Nachbarschaft – gerade in größeren Wohnkomplexen mit kleinen Wohneinheiten – immer anonymer. Dem kann man entgegenwirken, indem man den Quartieren wieder, ich sag mal, dörfliche Strukturen gibt. Damit meine ich, dass sich die Nachbarn untereinander kennen und sich auch umeinander kümmern, für sich sorgen und hinhören bzw. hinsehen, wenn etwas nicht zu stimmen scheint.“ Das soziale Miteinander, das Zusammenleben zu gestalten, ist eine der Aufgaben, um die sich das bundesweite Aktionsprogramm ‚Mehrgenerationenhäuser‘ bemüht. „Und das kann letztlich auch vor Einbrüchen schützen oder vielleicht sogar Leben retten. Denn wenn jemand in der Gemeinschaft bemerkt, dass etwas nicht stimmt oder nicht mit rechten Dingen zugeht, kann auch schnell Hilfe verständigt werden.“

Prominent besetzte Talkrunden

Der eintrittsfreie Aktionstag richtet sich nicht nur an die Mieter der Wohnbau eG. Jeder kann am 3. März von 12 bis 16.30 Uhr vorbeischauen. „Der Tag der Sicherheit ist für alle gedacht, die an dem Thema Sicherheit interessiert sind“, sagt Skrube. „Sogar für die Kleinen, quasi für die Mieter von morgen.“ Sie dürften sich wahrscheinlich besonders für die zwei amerikanischen Streifenwagen interessieren, die an diesem Tag nicht nur vor, sondern in das Colosseum fahren werden. Aber auch auf die Erwachsenen wartet ein buntes Aktionsprogramm. Neben dem Sicherheitsexperten Marco Brandes aus Hannover wird auch Peter Althof vor Ort sein. Der Personenschützer wurde vor allem als Bodyguard von Micheal Jackson und der deutschen Fußballnationalmannschaft sowie durch die Security bei internationalen TV-Boxevents bekannt.

Mit Torsten Heim wird an diesem Tag ein weiteres bekanntes Gesicht zu sehen sein. Die meisten kennen den Polizeibeamten eher unter seinem Spitznamen: Toto. Fast ein Jahrzehnt ging er mit seinem Kollegen Harry in Bochum auf Streife – und das deutsche Fernsehpublikum begleitete sie dabei. In einer Talkrunde auf der Bühne werden Toto, Peter Althof und Marco Brandes den Fragen von Moderator Uwe Loch Rede und Antwort stehen. „Unsere prominenten Sicherheitsspezialisten werden aber auch für ein Meet and Greet und eine Autogrammstunde dem Publikum zur Verfügung stehen“, so Skrube.

Auf dem Podium werden sich ebenfalls Polizeipräsident Frank Richter, Oberbürgermeister Thomas Kufen und Alexander Rychter, Direktor des VdW Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, einfinden. Mit ihnen geht es in einer weiteren Diskussionsrunde dann ganz konkret um die Sicherheit in Essen. Wie stellt sich die Situation in unserer Stadt dar? Denn auch wenn die 2016er Zahl mit über 2.000 Einbrüchen hoch erscheinen mag, bedeutet diese bereits einen Rückgang von 26,77 % im Vergleich zum Vorjahr.

Tag der Sicherheit
3.03.2018 von 12 bis 16.30 Uhr
Colosseum Theater Essen

 

Ein Beitrag von Lars Riedel

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