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Mittwoch, 23. May 2018
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Arbeitswelt im Wandel – neue Arbeitsplatzformen

Arbeitswelt im Wandel - neue Arbeitsplatzformen Foto Pixabay

Der feste Arbeitsplatz, bei dem jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin das Familienfoto neben der halbvertrockneten Topfpflanze stehen hat und unter dem Schreibtisch eine Kiste mit leeren Pfandflaschen des Lieblings-Mineralwassers steht, hat ausgedient. Flexibilität und Spontanität sind angesagt, viele Arbeitgeber bieten ihrer Belegschaft inzwischen wechselnde Arbeitsplätze an. Das hat Vor- und Nachteile und ist nicht bei allen beliebt, zeichnet sich aber dennoch als zukunftsweisender Trend ab.

Home Office? Nicht immer gut

Während das Recht auf Home Office zumindest von den jungen Familien noch als wegweisend für die Vereinbarkeit von Karriere und Familie gepriesen wurde, ist der Zwang zum Home Office bei anderen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen weniger beliebt. Denn mit dem Recht, per Laptop und Smartphone von zu Hause aus arbeiten zu dürfen, ist auch die Pflicht verbunden, dank eben dieser Geräte und der damit verbundenen Digitalisierung der Arbeit rund um die Uhr und überall für Chef und Kundschaft erreichbar zu sein. Eine neue Arbeitsplatzform kann also als Home Office benannt werden.

Das Home Office ist einerseits angenehm für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, weil es im Falle einer leichten Erkältung den Weg ins Büro spart und trotzdem das Arbeiten ohne Ansteckungsgefahr für die Kollegen und Kolleginnen ermöglicht. Andererseits wird es nun noch schwerer, sich bei wirklich unangenehmen Infekten auf ärztlichen Rat hin der Arbeit zu verweigern, denn die Ausrede, niemanden anstecken zu wollen, gilt nicht mehr. Andere Nachteile sind die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes oder Zimmers in der eigenen Wohnung, was bisher nicht gesetzlich geregelt ist. Arbeitslaptop und Smartphone werden zwar von der Firma übernommen, der Schreibtisch mit Stuhl aber bislang eher nicht.

Freie Wahl des Sitzplatzes

Eine weitere Form ist das Großraumbüro ohne feste Schreibtische. Die Tische und Stühle sind ergonomisch gestaltet, so dass alle Mitarbeiter sie an ihre präferierte Höhe anpassen können. Der Laptop wird da aufgeklappt, wo morgens bei Ankunft gerade Platz ist und noch niemand sitzt. Diese flexiblen Einzelarbeitsplätze stehen jedem, der sie nutzen will, einfach zur Verfügung. Alternativ gibt es im Idealfall eine angenehme Sitzgruppe mit Sofas und Sesseln, ein paar Stehschreibtische und vielleicht auch noch Sitzsäcke oder dergleichen. Das Ziel ist klar: Jeder kann sich den Arbeitsplatz suchen, der gerade am angenehmsten erscheint. Wer Rückenprobleme hat, wird die ergonomischen Sitzmöbel bevorzugen, wer Muskelkater vom Lauftraining am Vorabend hat, lümmelt mit dem Laptop auf den Knien im Sitzsack. Vorteilhaft für den Arbeitsablauf ist, dass sich diejenigen, die im Rahmen von kurzfristigen Projekten und Besprechungen zusammenarbeiten, in einer entsprechenden Sitzgemeinschaft finden können. Ganz spontan und ohne das ganze Büro umzubauen.

Nachteile hat das aber auch. Mancher mag nicht jedes Mal einen der viel zu hellen und zu warmen Fensterplätze erwischen, nur weil der Bus morgens regelmäßig zu spät kommt. Andere fühlen sich an personalisierten Schreibtischen wohler. Und wieder andere sind einfach genervt, wenn sie sich morgens schon vor Arbeitsbeginn Gedanken darüber machen müssen, ob sie heute lieber im Sitzen, im Stehen oder im Liegen tippen wollen.

Digitalisierte Arbeitsabläufe machen es möglich

Das Ganze ist natürlich nur möglich, weil das Büro zunehmend vom Papier befreit wird. Alles spielt sich inzwischen digital ab; Informationen werden in der Cloud hinterlegt, Software ersetzt Terminplaner, Karteien und Akten. Um den Arbeitnehmern den Alltag in dieser doch etwas unpersönlichen Arbeitswelt zu erleichtern, sollte das Büro entsprechend gut geplant sein. Wer wo sitzt, ist gar nicht ausschlaggebend. Wichtiger ist, dass die Arbeitsplätze angenehm angeordnet sind, es keine „Präsentierteller“ neben der Glasfront oder dunkle Ecken gibt. Niemand sollte in der Zugluft neben der Tür sitzen müssen, und die Beleuchtung muss auch gut geplant sein. Software ermöglicht es, noch vor der tatsächlichen Einrichtung des Büros einen virtuellen Rundgang zu machen und sich selbst in die Lage der Belegschaft zu versetzen. So wird klar, ob man es nicht vielleicht doch übertrieben hat mit der neuen Arbeitsplatzform.

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