Blaulicht im Colosseum – der 1. Tag der Sicherheit

Neben vielen Informationen rund um die häusliche Sicherheit wurde am 1. Tag der Sicherheit der Wohnbau eG auch ‚Show‘ im Colosseum geboten – z.B. mit einem amerikanischen Streifenwagen. (Foto: Michael Gohl)

Jeder Mensch will sich sicher fühlen. Am Samstag (03.03.) fand erstmalig der Tag der Sicherheit der Essener Wohnungsbaugenossenschaft statt. „Es war ein rundum gelungener Tag mit interessanten Gesprächen“, freute sich Frank Skrube, Marketingleiter der Wohnbau eG.

2016 (Anm. d. Red.: Statistik für 2017 liegt noch nicht vor) kam es in Essen zu 2.218 Wohnungseinbrüchen, wovon lediglich 13,3 % aufgeklärt werden konnten. Im Schnitt lag der wirtschaftliche Verlust bei 5.370 Euro pro vollendeten Einbruch. Vom seelischen Schaden, ganz zu schweigen. „Deshalb ist das Thema Sicherheit für jeden Menschen von großer Bedeutung“, so Skrube. „Wir hatten all unsere Wohnungen bereits mit Feuermeldern ausgestattet, schon lange bevor es zur gesetzlichen Pflicht wurde.“ Bei Neubauten und der Sanierung bestehender Objekte wird die Genossenschaft künftig auch noch enger mit der Polizei zusammenarbeiten.

Prominent besetzte Podiumsrunde (v.l.): Torsten ‚Toto‘ Heim, Sicherheitsexperte Marco Brande und Peter Althof, der Bodyguard der Promis. (Foto: Michael Gohl)

Wie schaltet man tote Winkel im Wohnumfeld aus? Was kann man machen, um die Haustüren noch sicherer zu machen? Wie kann man die Beleuchtung zur Abwehr von Einbrechern einsetzen? Alles Fragen, die bei der Umsetzung nicht viel Geld kosten, wenn man schon bei der Planung daran denkt und sie mit den Experten der Polizei bespricht. Die Wohnbau-Chefs Claus-Werner Genge und Dr.-Ing. Jasmin Janßen, Kaufmännischer und Technischer Vorstand der Genossenschaft, verdeutlichen: „Allein für die Reduzierung von sogenannten Angsträumen durch bessere Ausleuchtung von Wegen und dem Rückschnitt von Sträuchern, sowie der Erneuerung von Keller- und Hoftüren investieren wir seit Ende 2016 im Rahmen unserer Sicherheitsoffensive über 550.000 Euro.“

Experten aus verschiedenen Fachgebieten

Frank Richter, Polizeipräsident der Städte Essen und Mülheim, betonte beim Sicherheitstag im Colosseum noch einmal: „Oft sind die ersten Minuten entscheidend. Denn wenn ein Einbrecher zu lange benötigt, um durch Fenster oder Tür in Haus und Wohnung zu kommen, dann lassen die meisten von ihrem Vorhaben ab.“ Manchmal sind es sogar schon die vermeintlichen Kleinigkeiten, die den Einbrechern das Leben erschweren bzw. umgekehrt auch erleichtern können. Schon ein überfüllter Briefkasten oder ein Stapel Zeitungen vor der Tür könne dem potenziellen Einbrecher zeigen: Hier ist keiner zu Hause, hier könnte sich ein Einbruch lohnen, erklärte Kriminalhauptkommissar Lutz Müller. Er leitet das Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz in Essen. „Zum einen geben wir jenen Hilfestellung, die bereits Opfer eines Einbruchs geworden sind. Vor allem wollen wir aber darüber informieren, was jeder von uns unternehmen kann, damit es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt. Die Maßnahmen reichen von technischer Prävention – etwa an Türen und Fenstern – über Listen von uns zertifizierten, seriösen Unternehmen für die Umsetzung bis hin zu Tipps für das eigene Verhalten“, so Müller.

Wie leicht schon ‚Einbrecher-Laien‘ ein ungesichertes Fenster aufhebeln können, demonstrierte Dr.-Ing. Jasmin Janße, Technischer Vorstand der Wohnbau eG, direkt mal selbst. (Foto: Michael Gohl)

Aller Befürchtungen zum Trotz: „Essen ist schon eine sichere Stadt!“, stellte Christian Kromberg, Beigeordneter für Recht und Sicherheit der Stadt Essen, am Sicherheitstag der Wohnbau eG fest. Dennoch: Mit dem Thema ‚Riegel vor‘ sensibilisierten die Teilnehmer der Talkrunden noch einmal, wie man es möglichen Einbrechern noch schwerer macht. Bei den Experten-Runden dabei waren Mit dabei waren neben dem Kriminalkomissariat Kriminalprävention/Operschutz, auch die Essener Feuerwehr, die Malteser, die Innogy, der Verbandsdirektor deutscher Wohnungsunternehmen Alexander Rychter, der stellvertretende Feuerwehr-Chef Thomas Lembeck, die Sicherheitsexperten Peter Althoff und Marco Brandes sowie Torsten Heim von ‚Toto & Harry‘ und das Mehrgenerationenhaus St. Anna.

Vorbild Mehrgenerationenhaus

Denn zum Thema Sicherheit gehört jedoch viel mehr als der Schutz vor Langfingern. Es geht ebenfalls darum, aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein. „Sicheres Wohnen schließt den sozialen Bereich mit ein“, erklärte Arndt Sauer. Sauer leitet das Mehrgenerationenhaus in Essen. „Über Jahrzehnte wurde die Nachbarschaft – gerade in größeren Wohnkomplexen mit kleinen Wohneinheiten – immer anonymer. Wir müssen wieder lernen, mehr hinzuschauen. Wenn wir unsere Nachbarn und deren Gewohnheiten kennen, dann bemerken wir auch, wenn etwas nicht stimmt.“ Das soziale Miteinander, das Zusammenleben zu gestalten, ist eine der Aufgaben, um die sich das bundesweite Aktionsprogramm ‚Mehrgenerationenhäuser‘ bemüht.

 

 

 

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