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Mittwoch, 20. June 2018
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Der INFORMER-Ratgeber Gesundheit von Kampfkunst-Experte Sensei Alfons Pinders – März 2018

Vor einiger Zeit war ich so frei, den alten Spruch ‚Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr‘ umzuformulieren. Er trifft – nach meiner Auffassung – nur bedingt zu. In meiner langen Lehrtätigkeit im Sport traf ich Menschen beiden Geschlechts, vor denen ich nur meinen Hut ziehen kann. Diese Leute gehören wahrlich nicht zu dem im Volksmund beschriebenen alten Eisen. Sie zeigen, dass Mann wie Frau mit Beharrlichkeit und Rücksichtnahme auf die körperliche Konstitution noch im fortgeschrittenen Alter komplexe Sportarten erlernen können.

Hans im Glück

Hans – 66 Jahre, mit aristokratisch wirkendem Äußeren – war am Anfang nicht überzeugt, eine neue Sportart erlernen zu können. Wir begegneten uns bei einem Schnupperkurs für das Yoshukai Karate, den ich als Referent leitete. Hans kam nach kurzer Zeit zu mir und fragte, ob er die  Gruppe aufhalten würde, da er ja schon ein beachtliches Alter hätte. Und könne er die Kampfkunst überhaupt erlernen – als Methusalem? Meine Antwort viel etwas länger aus, um ihm die Zusammenhänge von Sport, Gesundheit und Lebensqualität näherzubringen: „Hans, du bist nicht allein. Viele sind bereits betroffen und jeder wird es irgendwann sein. Unser Körper verliert nach und nach seine Leistungsfähigkeit. Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Koordination, Flexibilität lassen im zunehmenden Alter nach, was normal ist – ob wir wollen oder nicht. Bei der Kraft haben wir ab dem 25. Lebensjahr einen gleichmäßigen Abfall des Kraftniveaus durch Abnahme der Muskelmasse. Diese unterliegt interindividuellen Unterschieden durch unterschiedliche Trainings- und Arbeitsreizen. Die Ausdauer verringert sich vom 30. bis zum 60. Lebensjahr gleichmäßig, insgesamt um ca. 30 %. Ab dem 60. Lebensjahr haben wir eine verstärkte Leistungsabnahme. Unsere Flexibilität entwickelt sich schon vom Kindesalter an langsam zurück. Im Erwachsenenalter verstärkt sich dieser Rückgang noch, was eine höhere Verletzungsgefahr zufolge haben kann. Wir können uns schützen und gegenwirken. Das Karate bietet die Möglichkeit, sich vielseitig und abwechslungsreich zu fordern und die Gesundheit zu stärken – von Meditation bis zur Selbstverteidigung reicht das Spektrum der Kunst. Durch das Erlernen der Fähigkeiten werden Körper, geistige Haltung und innere Kraft ins harmonische Gleichgewicht gebracht. Yoshukai Karate wirkt als Profilaxe gegen viele Alterserkrankungen wie Osteoporose, Bluthochdruck und Diabetes Mellitus Typ II. Zudem wird das Gleichgewicht geschult, um Stürzen entgegenzuwirken. Die linke wie die rechte Gehirnhälfte werden gleichermaßen geschult.“

Hans hat sein Karatetraining als Lebenselixier, wie er nach einigen Jahren nach unserem Gespräch sagte, angenommen. Er fand im Karate Gesundheit, Sicherheit und Gemeinschaft, was für ihn zu einer besseren Lebensqualität führte. ‚Was Hänschen nicht lernte, lernt Hans immer mehr.‘

 

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