Diagnose Lungenkrebs – Spezial-Zentren erhöhen Heilungschancen

Ruhrlandklinik Essen | Thoraxchirurgie (Professor Clemens Aigner) 08 Februar 2016 Foto: Sven Lorenz, Essen
350 anatomische Lungenresektionen führten Prof. Dr. Clemens Aigner und sein Team im vergangenen Jahr in der Essener Ruhrlandklinik durch. (Foto: Sven Lorenz)

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen in Deutschland. Über 50.000 Frauen und Männer erkranken jedes Jahr an einem Lungenkarzinom. Während die Neuerkrankungsrate bei Männern langsam zurückgeht, steigt sie bei Frauen spürbar an. Eine Betroffene war Barbara Thom. Sie erhielt im vergangenen Herbst die niederschmetternde Diagnose Lungenkrebs.

Prof. Dr. Clemens Aigner (Foto: Sven Lorenz)

Der Tumor saß in der Luftröhre. Die 59-Jährige stellte sich Fragen: Wie stehen meine Heilungschancen? Kann der Tumor überhaupt noch chirurgisch entfernt werden? Sie fand anfangs keinen Arzt, der den Eingriff samt sauberer Entfernung des Tumors (Resektion) durchführen wollte. Erst nach eigener Recherche wurde sie schließlich in der Ruhrlandklinik in Heidhausen, einem Tochter-Unternehmen der Universitätsmedizin Essen, fündig.

In dem zertifizierten Lungenkrebszentrum gehören die schwierigen Eingriffe zum Tagesgeschäft von Prof. Dr. Clemens Aigner, Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie, und seinem hochspezialisierten Team. Barbara Thom konnte mit einer sechsstündigen Operation geholfen werden. „Ich weiß nicht, was sonst aus mir geworden wäre. Ich bin dankbar und froh, dass alles so gut geklappt hat“, betont Thom.

Geringeres Risiko

Die Tücke liegt beim Lungenkrebs, fast immer eine Folge des Rauchens, sowohl in der Erkrankung als auch in der Behandlung und Therapie. Der Eingriff ist grundsätzlich aufwendig und – sofern Erfahrung und Übung fehlen – mit Risiken behaftet. Der Qualitätsmonitor 2018, eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, des Vereins Gesundheitsstadt Berlin und der Initiative Qualitätsmedizin, zeigt, wie sinnvoll die Einführung einer Mindestmenge der komplizierten Operationen ist: Die Sterblichkeit nach einer anatomischen Lungenresektion bei Lungenkrebs in Spitzenzentren mit über 175 Fällen pro Jahr liegt lediglich halb so hoch wie in Kliniken, die weniger als 26 Operationen pro Jahr durchführen.

Höhere Erfolgschancen

In der Ruhrlandklinik wurden vergangenes Jahr 350 anatomische Lungenresektionen durchgeführt. Spitzenwert für Essen und für die gesamte Region. Damit gehört das Lungenkrebszentrum zu den High-Volume-Kliniken Deutschlands. Die Deutsche Krebsgesellschaft fordert inzwischen eine Mindestmenge von 75 Operationen pro Jahr als Qualitätskriterium, bevor ein Lungenkrebszentren die Zertifizierung erhält.

Die toraxchirurgische Abteilung der Essener Ruhrlandklinik ist die einzige in Deutschland, die einen DaVinci-Operationsroboter zur alleinigen Verfügung hat. (Foto: Sven Lorenz)

„Eine Konzentration von Operationen des Lungenkarzinoms auf Zentren mit ausreichenden Fallzahlen könnte die Qualität der Behandlungen und die Erfolge deutlich erhöhen“, ist sich auch Prof. Aigner sicher und ergänzt: „Wir setzen in unserem Zentrum auf einen sehr hohen Standard bei solchen Operationen. Verschiedene Ausprägungen des Lungenkarzinoms entfernen wir routiniert und haben nur spezialisierte Thoraxchirurgen im Einsatz. So können wir den Patienten eine Behandlung auf medizinisch universitärem Niveau garantieren.“

Ungefähr 40 Prozent der Operationen werden in der Ruhrlandklinik bereits minimal invasiv mit einer wesentlich geringeren Schmerzbelastung durchgeführt. Die Klinik für Thoraxchirurgie ist außerdem die einzige thoraxchirurgische Abteilung Deutschlands, die einen Da-Vinci-Operationsroboter zur alleinigen Verfügung hat. Bei Barbara Thom legte Chefarzt Prof.Aigner persönlich das Skalpell an – erfolgreich. „Ich rate mit Blick auf meine eigene Erfahrung jedem Betroffenen, sich an eine spezialisierte Klinik zu wenden“, sagt die 59-Jährige. Ein Argument, für das neben persönlichen Erfahrungen auch die Studien-Zahlen sprechen.

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