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Mittwoch, 20. June 2018
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Ein Plus fürs Leben & den Lebenslauf: der Freiwilligendienst bei den Johannitern

Fabian Kreisel und Jaqueline Hoti sind überzeugt vom ‚Freiwilligen Sozialen Jahr‘ bei den Johannitern. (Foto: Vanessa Mels)

Jaqueline Hoti und Fabian Kreisel haben ein ‚Freiwilliges Soziales Jahr‘ (FSJ) im Hausnotruf- und medizinischen Transportdienst des Regionalverbandes Essen absolviert. Aktuell suchen die Johanniter neue Freiwillige in Essen und Mülheim für ihre Dienste.

Von Pascal Hesse

Sie prägen das Stadtbild und leisten tagtäglich einen lebenswichtigen Beitrag für die Gesellschaft: die vielen Freiwilligen der Johanniter Unfall-Hilfe (JUH) im Regionalverband Essen. Sei es im Hausnotruf oder beim Transport von dringend benötigten Organen oder Blutkonserven — die Johanniter sind stets zur Stelle, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Für Fabian Kreisel und Jaqueline Hoti begann ihr persönliches Engagement bei den Lebensrettern mit einem ‚Freiwilligen Sozialen Jahr‘ (FSJ). Bereut haben sie die Zeit nicht, im Gegenteil: Beide sind heute noch bei der JUH engagiert und tragen dazu bei, dass die Menschen in Essen sicher sein können, dass Hilfe im Ernstfall schnell vor Ort ist. Der INFORMER sprach mit beiden über ihren Freiwilligendienst. Aktuell werden wieder neue Freiwillige gesucht.

Eigentlich wollen Jaqueline Hoti und Fabian Kreisel nach dem Abitur lediglich die Zeit überbrücken und neue Erfahrungen sammeln. Sie wartet auf einen Studienplatz für Betriebswirtschaftslehre und Französisch, er möchte zur Polizei. Ein Jahr Engagement ‚aus Liebe zum Leben‘, so das Motto der Johanniter, soll beide für ihren weiteren Lebensweg vorbereiten. Rund 40 Stunden pro Woche sind sie in ihrem FSJ im PKW-Einsatzdienst aktiv. Organe und Blutkonserven transportieren, Senioren im Hausnotrufdienst helfen, wenn sie gestürzt sind, hier und dort hineinschnuppern — das Einsatzfeld ist sehr vielfältig.

Zertifizierte Ausbildung

Aus der hauseigenen Leitstelle der Johanniter Unfall-Hilfe an der Henricistraße werden alle Hausnotrufe und Transporte von Blutkonserven und Organen organisiert. (Foto: Vanessa Mels)

Bevor es für beide richtig losgeht, steht erst einmal eine entsprechende Ausbildung an. Zwei Wochen lang dauert der medizinische Grundlagenunterricht plus Praxisprüfung. Dann folgen eine Woche auf dem Krankentransportwagen und eine Woche auf dem Rettungswagen im Rahmen eines Rettungswachenpraktikums. „Doch bevor die FSJ‘ler ins Praktikum dürfen, steht erst einmal eine Ortskenntnisschulung für alle an. Dabei lernen sie sämtliche Hauptstraßen Essens, Autobahnkreuze in NRW und Ausfahrten in Essen und den Nachbarstädten. Zwischendurch wird immer wieder geprüft“, erinnert sich Fabian Kreisel, der für seine Ortskenntnisschulung rund eine Woche benötigt. Und damit erstmals mit auf den Wagen darf. Auf eines wird bei der JUH in jedem Bereich viel Wert gelegt: die Qualität der Arbeit und Ausbildung. Denn es handelt sich schließlich um verantwortungsvolle Aufgaben, die die FSJ’er und gleichermaßen die Bundesfreiwilligendienstleistende übernehmen. Das Besondere: Sämtliche Dienste der Johanniter sind vom Tüv zertifiziert.

Seit ihrer Ausbildung sind beide schon viel rumgekommen, innerhalb und außerhalb NRWs. „Ich fahre gerne Hausnotrufe, bin dann für die Erstversorgung zuständig, falls mal ein Teilnehmer gestürzt ist und sich nicht alleine helfen kann. Keine Fahrt gleicht der anderen. Man übernimmt viel Verantwortung, aber bisher ist bei meinen Fahrten zum Glück immer alles gut gegangen“, betont Jaqueline Hoti. Den direkten Kontakt mit den Menschen schätzt sie bis heute sehr: „Ihre unglaublich große Dankbarkeit zu erfahren ist toll, denn das erwartet man nicht. Dass, was wir leisten, ist für uns selbst nicht viel, für sie ist es die halbe Welt.“ Diese wertvolle Erfahrung aus ihrem FSJ helfe der jungen Frau noch heute bei ihrer Arbeit.

Ärzten über die Schultern schauen

Wenn Fabian Kreisel ausrückt, um eilige Organe oder Blutkonserven zu transportieren, geht es meist darum, Menschenleben zu retten. (Foto: Vanessa Mels)

Fabian Kreisel, der sich noch gut an so manche eilige medizinische Transportfahrt erinnert, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Organe und Ärzteteams holt der junge Mann im Auftrag für die ‚Deutsche Stiftung Organtransplantation‘ (DSO) ab und bringt sie dann zum Patienten ins Krankenhaus. Doch das ist nicht alles. Kreisel: „Wir haben die Möglichkeit, bei einer Organspende dabei zu sein, wenn uns der Koordinator, das ist meistens der Arzt, es erlaubt. Da bekommt man Einblicke, die man sonst nicht hat – bei der Entnahme und beim Einsetzen.“ Organe transportieren die Freiwilligen deutschlandweit und in den Benelux-Ländern, Blutkonserven meist innerhalb der Region. Aus diesem Grund ist ein Führerschein für das FSJ und den BFD zwingend erforderlich.

Selbstbewusster durchs Leben gehen

Fabian Kreisel empfiehlt allen Schülerinnen und Schülern, sich nach dem Abitur die Zeit für ein Freiwilliges Soziales Jahr zu nehmen: „Man lernt viel für sich selbst und geht selbstbewusster durchs Leben.“

Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilliges Soziales Jahr?
Ob man sich für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) entscheiden muss, hängt im Prinzip lediglich vom Alter ab: Während das FSJ nur bis zum 27. Lebensjahr möglich ist, unterliegt der BFD keiner Altersbeschränkung und ist bei den Johannitern ab dem 18. Lebensjahr möglich. Ausbildung und Dauer sind gleich. Die Dienstzeit beträgt 12 Monate und kann gegebenenfalls auf 18 Monate verlängert werden. Ein Führerschein der Klasse B ist erforderlich. Bei beiden Diensten steht den Freiwilligen, die mindestens die Vollzeitschulpflicht vollendet haben müssen, Geld nach den allgemein gültigen Kostensätzen und, bei Voraussetzung, auch ein Kindergeldanspruch zu. Der Einstieg ist zu mehreren Terminen im Jahr möglich. Wer im Sommer anfangen will, hat Glück, denn dann gibt es immer besonders viele freie Plätze für Freiwillige. Wer Medizin studieren möchte, kann sich die Zeit bei den Johannitern sogar anrechnen lassen. Mehr Infos gibt es bei Ines Ross unter (0201) 89646-107 und auf www.johanniter.de/essen. Bei Interesse bitte eine Kurzbewerbung an bewerbung.essen@johanniter.de senden. Interessierten ist es möglich, vorab eine Führung durch die Essener Johanniter-Zentrale zu machen.
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