„Das Herz muss brennen!“

Titus Dittmann Foto: Maurice Ressel
Titus Dittmann Foto: Maurice Ressel
Der Vater der deutschen Skateboard-Szene: Titus Dittmann, Foto: Maurice Ressel

So lautet das Motto von Skateboard-Legende Titus Dittmann. Mit dieser Leidenschaft steckt der Gründer von skate-aid auch andere an – so wie die beiden Essener Werbespezialisten Oliver Noack und Tim Klötzing.

Das Interview führte Lars Riedel

Sie haben den skate-aid e. V. Essen ins Leben gerufen. Von hier aus steuern sie die Projekte der Hilfsorganistation im Ruhrgebiet und in Afghanistan. Und sie sind die Initiatoren der ‚skate-aid Charity‘-Gala am 6. März im GOP Varieté Essen.

Oliver, wie bist Du zu skate-aid gekommen?
Oliver Noack: Das reicht jetzt schon eine ganze Weile zurück. Titus und ich kennen uns schon länger. Nach und nach hat er mich in seiner ‚Anstifter-Rolle‘ für skate-aid begeistert. So sehr, dass er immer mehr Herzblut bei mir entfacht hat. Es lag nahe, dass wir skate-aid in irgendeiner Form unterstützen. Wir setzten uns dann recht schnell zusammen, in kleinerer und dann auch mal größerer Runde, um uns Gedanken darüber zu machen, in welcher Form der Support stattfinden kann. Dies geschah in den vergangen Jahren dann ehrenamtlich mit und über unsere Werbeagentur ‚BREITENGRAT‘.

Oliver Noack, 1. Vorstand des skate-aid e.V. Essen Foto: Andel Goy

Also mehr ein unternehmerischer als persönlicher Support für die Sache?
Oliver Noack: Klar, für eine Agentur ist dies natürlich auch schnell ein nettes Aushängeschild – aber das war nicht das Ziel unseres Engagements. Uns war schnell klar, dass sich der Absender ‚BREITENGRAT‘ ändern muss, dass wir eine klare Trennung zwischen unserer Agentur und skate-aid brauchen und somit nach außen auch einen klaren Auftritt haben. Da ich zusammen mit meinem Agenturpartner Tim Klötzing sowieso die ganze Zeit über einen guten Draht zu Titus und seinem Team hatte, lag es auch für Titus nahe, dass wir mit unseren Bemühungen für skate-aid eigenständig werden und das Einzugsgebiet Ruhrgebiet hier aus Essen steuern sowie im Ausland das Projekt Afghanistan übernehmen und nach vorne treiben. Wir finden den Ansatz von skate-aid einfach super und deshalb ist uns das hier auch eine Herzensangelegenheit. In der Funktion als 1. Vorstand des skate-aid e. V. Essen kann ich mich noch einmal viel stärker einbringen. Zu sehen, was daraus entsteht und was wir bewegen können … das ist so ein starkes Gefühl.

Die Situation in Deutschland ist eine gänzlich andere als in den Ländern, in denen skate-aid Entwicklungshilfe leistet. Was könnt Ihr hier vor Ort für die Kinder und Jugendlichen tun?
Oliver Noack: Zunächst einmal vorweg: Eine ganze Menge! Klar, wir haben hier nicht die Situation von Entwicklungshilfe, wie sie beispielsweise in Ländern wie Afghanistan, dem Irak oder in Ländern Afrikas nötig ist. Aber wir haben in Deutschland zunehmend soziale Brennpunkte. Orte, wo Kinder Frustrationserlebnisse haben, wenig Draußen-Spielmöglichkeiten und damit auch nicht ausreichend Platz, sich richtig auszutoben. Kinder werden heute häufig abgestempelt: Sie sitzen nur am Computer oder kleben am Smartphone. Aber das ist eine einseitige Sicht. Gibt man Kindern und Jugendlichen den Raum, sich durch Spiel und Bewegung auszutoben, ja richtig auszupowern und streckenweise auch an Grenzen zu gehen, sind sie da gerne voll dabei. Das baut spielerisch und ganz nebenbei Stress ab und macht gleichzeitig den Kopf frei. Das kennt auch jeder Erwachsene, der Sport treibt. Die Entwicklung von Kindern ist darüber hinaus auch sehr von der körperlichen Bewegung abhängig bzw. daran gekoppelt. Hier setzen wir mit unserer Arbeit von skate-aid Essen an. Wir machen Kinder hier vor Ort stark für den Alltag und unterstützen sie in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten, jungen Menschen. Mit ‚Skaten statt Ritalin‘ wenden wir uns insbesondere an die Kids, deren Eltern das Medikament Ritalin nahegelegt wird, um damit die Probleme, die durch ADHS entstehen, zu verringern. Wir sind der Auffassung, dass es in jedem Fall besser ist, Hyperaktivität mit dem Skateboard zu begegnen als mit einem Medikament, dessen langfristige Auswirkung heute noch gar nicht abgeschätzt werden kann. Mit ‚Skaten statt Ritalin‘ positionieren wir uns ganz eindeutig und hoffen, auf diesem Weg viele betroffene Kinder und deren Eltern zu erreichen und unterstützen zu können.  

Am 6. März bringt Ihr die große ‚skate-aid Charity‘-Gala ins GOP Varieté Essen. Wie ist die Idee dazu entstanden?
Oliver Noack: Man kann sagen, die Idee ist gewachsen. Ich habe bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Projekte gestartet, die der Bekanntmachung und der Imageförderung von skate-aid dienlich waren und deren Reinerlös skate-aid zugute kam. Das war zum Beispiel die Vorführung ‚Brett vor‘m Kopp‘ zum Film von Titus im Filmstudio Glückauf. Oder die Veranstaltung ‚gigstarter.rocks‘ auf der Freilichtbühne Mülheim, wo Bands wie die Blackout Problems, Sebastian Dey und Schwarzfrey ohne Gage spielten. Zudem noch ein Open-Air Kino. Auch der Reinerlös dieser Veranstaltung ging an skate-aid. Irgendwie waren das die Vorläufer zu der jetzt stattfindenden Veranstaltung im GOP. Diese ist nun der eigentliche Startschuss für skate-aid in Essen. Und ich wünsche mir natürlich auch, dass das etwas Regelmäßiges wird. Denn all die Entwicklungs- und Projektarbeit kommt natürlich nicht nur mit gutem Willen und Ehrenamt aus – hier sind wir angewiesen auf Spenden. Es war bislang auch so, dass ich Prominente aus meinem Umfeld dazu bewegen konnte, sich z. B. als Meet-and-Greet-Gewinn für die skate-aid night zur Verfügung zu stellen, die skate-aid immer gegen Ende des Jahres in Münster veranstaltet. Oder etwas von Hand zu signieren, das dann an dem Abend versteigert werden konnte. Die Kombination daraus wird es jetzt bei unserer Charity-Veranstaltung ‚skate-aid meets GOP Varieté-Theater Essen‘ geben.

Was genau erwartet die Besucher dort?
Oliver Noack: An dem Abend stellen wir zusammen mit Titus die Projektarbeit von skate-aid vor, zeigen in Auszügen die aktuelle Show ‚Appartement‘ des GOP Varietés Essen und haben – neben einem erstklassigen Menü – auch eine Live-Band. Und wir erwarten prominente Gäste und Unterstützer: Der Hollywood-Schauspieler und ‚Gladiator‘ Ralf Moeller wird da sein. Ebenso sein Schauspielerkollege Henning Baum, der extra für unsere Veranstaltung an diesem Abend seine Promotour zu seinem neuen Film ‚Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer‘ unterbricht. Außerdem können wir uns auf Torsten ‚Toto‘ Heim (Toto & Harry) freuen, der auch schon seit einigen Jahren skate-aid als Unterstützer treu ist. Geplant ist auch eine kleine Versteigerung von besonderen Events, von Künstlern gestalteten Skateboard-Unikaten, handsignierter Objekte von Prominenten u. v. m. Moderiert wird die Veranstaltung von der Hamburger Sängerin und Moderatorin Nina Maleika. Im Anschluss lassen wir dann im GOP-Restaurant den Abend bei guten Gesprächen und Live-Musik ausklingen. Kurz in Deinen Worten: Warum lohnt es sich, skate-aid in seiner Arbeit zu unterstützen? Oliver Noack: Weil man sich damit stark macht für Kinder – für Kinder in aller Welt und Kinder hier vor Ort. Man spendet nicht nur Hoffnung, sondern leistet einen konkreten Beitrag zur Förderung und Entwicklungsarbeit im Bereich Kinder und Jugendliche.


Warum auch Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller zur ‚skate-aid Charity‘ nach Essen kommt:

„Seit jeher mache ich mich für Kinder, Benachteiligte und Menschen, die Hilfe benötigen, stark. So habe ich in der Vergangenheit z. B. die nationale Kampagne ‚Starke Typen‘, ein Projekt für Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten unterstützt und vieles mehr. Als mein Freund Oliver Noack mir das Thema skate-aid vorstellte, wusste ich direkt, dass ich das unterstützen muss. Zum einen ist das eine wirklich tolle Projektarbeit die skate-aid da leistet. Zum anderen weiß ich hier genau, dass es bei Ollie wirklich in guten Händen liegt.“

 

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