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Samstag, 21. April 2018
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Großrazzia gegen Libanesen-Clans in Essen

Rund 300 Beamte verschiedener Behördern sind in Essen gegen das organisierte Verbrechen im Einsatz. Foto: INFORMER online

Mit einer groß angelegten Razzia gehen Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Stadt Essen mit Straßenverkehrsamt, Ordnungsamt und weiteren Ämtern zur Stunde (seit 21.05 Uhr) gegen die organisierte Kriminalität in Essen vor. An die 300 Beamten sind alleine seitens der Polizei im Einsatz, 70 auf Seiten der Stadt. Die nördliche Innenstadt um die Kreuzeskirche in Essen ist zum Teil abgeriegelt.

Im Fokus haben die Beamten unter anderem Betriebe, die von Mitgliedern libanesisch-stämmiger Großfamilien betrieben werden. Hier vermuten die Behörden unter anderem Geldwäsche im großen Stil. Über 100 Gewerbebetriebe sollen im Laufe des Abends kontrolliert, sieben werden wohl direkt geschlossen werden. Schwerpunkt ist die nördliche Innenstadt, die als Kriminalitätsschwerpunkt in Essen gilt.

NRW-Innenminister Reul vor Ort

„Wir wollen zeigen, dass auch hier die Rechtstaatlichkeit herrscht. Wir wollen Flagge zeigen“, betont ein Polizeisprecher. Erstmals seien so viele Beamten und Behörden auf einmal in der Essener Innenstadt zu einer derartigen Razzia im Einsatz. Neben Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen sind auch NRW-Innenminister Herbert Reul und Frank Richter, Polizeipräsident für Essen und Mülheim vor Ort. „Wir nehmen die Rückzugsorte von kriminellen Straftätern in den Fokus und kontrollieren ebenfalls Betriebe, die augenscheinlich nicht auffällig sind“, so der Polizeisprecher.

Darüber hinaus finden in der Essener Innenstadt Personen-, Fahrzeug- und Geschwindigkeitskontrollen statt. Alle, vor allem aber hochpreisige getunte Fahrzeuge und deren Halter werden kontrolliert. Die Beamten wollen wissen, wo das Geld dafür herstammt – und ob es aus dubiosen Quellen stammt. Die Razzia soll bis mindestens 2 Uhr morgens gehen.

Polizei vermeldet erste Festnahmen

Nach zahlreiche Kontrollen von Gewerbebetrieben und Bars zieht die Polizei einen ersten Zwischenstand: „Ziel des Essener Konzeptes ist die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen durch enge Kooperation zuständiger Ämter. Erste Festnahmen sind erfolgt“, heißt es. Familienclans lieferten sich bereits des Öfteren gewalttätige Auseinandersetzungen in der nördlichen Innenstadt – das wollen die Polizei Essen, die Stadt Essen, der Zoll und die Finanzbehörden nicht tolerieren.

INFORMER online ist vor Ort.

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