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Donnerstag, 24. May 2018
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Die afghanische Stadt Masar-e Scharif will mit der Stadt Essen kooperieren

Im Essener Rathaus wird sich Oberbürgermeister Thomas Kufen (r.) nunmehr mit dem Gesuch von Mohammad Nasir Aini, Bürgermeister der Provinzhauptstadt Masar-e Sharif in Nord-Afghanistan, beschäftigen. Überreicht wurde die Anfrage von DAGeV-Präsident Elias Omar (l.). Foto: Pascal Hesse
Im Essener Rathaus wird sich Oberbürgermeister Thomas Kufen (r.) nunmehr mit dem Gesuch von Mohammad Nasir Aini, Bürgermeister der Provinzhauptstadt Masar-e Sharif in Nord-Afghanistan, beschäftigen. Überreicht wurde die Anfrage von DAGeV-Präsident Elias Omar (l.). Foto: Pascal Hesse

Mohammad Nasir Aini, Bürgermeister der Provinzhauptstadt Masar-e Sharif in Nord-Afghanistan, schreibt seinem Amtskollegen Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen. Sein Ziel: eine offizielle Kooperation beider Städte.

Von Pascal Hesse

Essen / Masar-e Scharif. Es ist ein Brief, der zukunftsweisend für die deutsch-afghanische Freundschaft und bilaterale Beziehungen zwischen beiden Ländern sein soll: Mohammad Nasir Aini, Bürgermeister der Provinzhauptstadt Masar-e Sharif in Nord-Afghanistan, möchte sich mit seinem Essener Amtskollegen Thomas Kufen austauschen. Mehr noch, er strebt eine Kooperation beider Städte an. „Ich (…) erbringe Ihnen meine besten Wünsche und hoffe, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, dass wir eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Masar-e Scharif der Provinz Balkh (…) und der Stadt Essen (…) unterzeichnen, welche mit Sicherheit der Beginn einer neuen Ebene der Festigung der Beziehungen der beiden Länder sein wird.“ Es ist die erste Anfrage dieser Art einer afghanischen an eine deutsche Großstadt – eine, die als Vorbild für künftige Kooperationen dienen soll.

Ehrerbietung für den deutschen Amtskollegen

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, hat die offizielle Anfrage seines Amtskollegen am heutigen Freitag im Rahmen des zweiten ‚Deutsch-Afghanischen Wirtschaftsforums’ im Congress Centrum der Messe Essen entgegengenommen. Ausgerichtet wird die international besetzte Konferenz seitens der ‚Deutsch-Afghanischen Gesellschaft e.V.’ (DAGeV) mit Sitz in Kabul, Masar-e Scharif, Berlin und Hauptsitz in Essen. Das Schreiben, welches DAGeV-Präsident Elias Omar bei seinem letzten Besuch in Afghanistan von Bürgermeister Mohammad Nasir Aini in Empfang genommen hat, mit der Bitte, dieses an Oberbürgermeister Thomas Kufen zu übereichen.

In seinem Gesuch wendet sich Bürgermeister Mohammad Nasir Aini „mit Ehrerbietung“ an seinen Amtskollegen: „Es ist nur angebracht, wenn wir die mehr als hundertjährige Zusammenarbeit und Hilfen des uns befreundeten Deutschland in Afghanistan insgesamt und die außerordentlichen Hilfen, die während der letzten 15 Jahre in der Stadt Masar-e Scharif stattgefunden haben, erwähnen: Zum Beispiel den Bau des internationalen Flughafen Maulana Jalaluddin Balkhi, den Bau des 500-Betten-Krankenhaus Ibn Sina (Avecena), mehrere zehn Projekte aus dem Bereich Infrastruktur und zum Wohle der Allgemeinheit in der Stadt Masar-e Scharif – und uns auf diesem Wege stellvertretend bei Ihnen dafür bedanken.“

Austausch im Akademischen und Technischen Bereich

„Ziel der Kooperation soll die Unterstützung und der Austausch im Akademischen und Technischen Bereich sein“, betont DAGeV-Präsident Elias Omar beim zweiten ‚Deutsch-Afghanischen Wirtschaftsforum’. Ebenso wolle Masar-e Scharif gerne beim Wiederaufbau und Entwicklung der historischen Stadt von den Essener Erfahrungen profitieren – als Vorbild im Sinne einer gut aufgestellten Verwaltung, „damit wir die Stadt Masar-e Scharif zu einer Musterstadt nicht nur in Afghanistan, sondern auch in der gesamten Region aufbauen“, betont Bürgermeister Aini. DAGeV-Präsident Elias Omar ergänzt: „Es besteht ebenso ein großes Interesse daran, wirtschaftliche Kooperationen mit Unternehmen aus der Bundesrepublik zu verfestigen und neue zu begründen. Deutschen Unternehmen bietet sich die Chance, beim Wiederaufbau und der weiteren Entwicklung des Landes eine zentrale Rolle einzunehmen.“

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