Tier im Flugzeug: Der Tod fliegt mit

Fliegen mit Hund
Elfie will nicht im Flugzeug sterben. Foto: Barbara Röss

Wer mit einem Hund oder einer Katze ins Flugzeug steigt, riskiert eine Menge. Denn für ein Tier ist eine Flugreise deutlich gefährlicher als für den Menschen. Während für alle mitreisenden Menschen beispielsweise Sauerstoffmasken vorhanden sind, die im unwahrscheinlichen Falle eines Druckverlustes aus der Decke fallen, sind alle mitreisenden Tiere zum Tode verurteilt.

Was hart klingt, ist traurige Realität. Während der Fluggast je nach Fluggesellschaft bis zu 130 Euro für einen Hin- und Rückflug für das Tier in der Kabine bezahlt, muss von der Airline keine Gewährleistung gegeben werden, dass das Tier auch lebendig am Zielort ankommt. Es gibt gleich mehrere Szenarien, in denen ein Tierbesitzer seinen Liebling im Stich lassen muss.

Im Falle einer Notlandung darf Handgepäck (auch Taschen mit Haustieren drin) NICHT mit von Bord genommen werden.

Und auch Sauerstoffmasken sind pro Reihe nur vier vorgesehen. Sitzt ein Tierbesitzer nun mit seinem Vierbeiner neben einem Paar mit Baby auf dem Schoß und es kommt zu einem Druckabfall in der Kabine, muss der Hund oder die Katze sterben.

Purserin Wiebke auf Eurowings Flug 6813 ließ das die besorgte Passagierin mit dem kleinen Chihuahua in der Tasche auch wissen: „Ja, dann stirbt der Hund halt.“

Eurowings sagt zu diesem Vorfall: „Grundsätzlich ist es so, dass ein sogenanntes „Pet in Cabin“ (PETC) während des gesamten Fluges in der Tasche unter dem Sitz bleiben muss. Es gibt Vorgaben bezüglich der minimalen Anforderungen für Sauerstoff an Bord sowie für wen diese gelten. Hier wird Bezug auf „Passagiere“ – also Personen – und Kleinkinder genommen, jedoch nicht auf Tiere.“

Im Klartext heißt das: Pech gehabt. Für die Tiere im Frachtraum ist die Situation noch heikler, denn dort ist niemand, der versuchen könnte, dem Tier auch eine Maske anzulegen. Ohne eine Maske hat ein Lebewesen – egal ob Mensch oder Tier – nur knapp 15 bis 20 Sekunden Zeit, bevor man aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts das Bewusstsein verliert.

An Bord des Fluges 6813 schlug die Hundebesitzerin vor, sie könne sich doch umsetzen. Das war bei Purserin Wiebke aber nicht auch drin:

„Der Flieger ist voll besetzt. Da kann ich auch nichts machen.“

Das war ihr einziger Kommentar. Menschen, die mit Tieren reisen, dürften nur am Fenster sitzen und da sei heute nichts frei, ließ die unfreundliche Flugbegleiterin verlauten.

Das ist de facto falsch, heißt es auch von der Fluggesellschaft Eurowings: „Hinsichtlich der Platzierung von Tierhalter und Tier gibt es in den Manuals lediglich die Beschränkung, dass sie nicht in einer Notausgangsreihe und nicht in der ersten Reihe sitzen dürfen. Der Fensterplatz wird insofern immer gern genommen, da die Tasche unter dem Sitz (falls sie nicht vollständig drunter geschoben wurde) andere Passagiere im Notfall nicht behindern kann.“

Bleibt festzuhalten: Für Fluggesellschaften sind Tiere herzlich willkommen, da man den Kunden viel Geld für den Transport abknöpfen kann. Service oder eine Gewährleistung, das Tier auch lebendig zum Zielort zu bekommen, gibt es nicht.

Ein Beitrag von Barbara Röss

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