Bayerisches Brauhaus-Flair: „Der Löwe“ am Kopstadtplatz ist insolvent

Die Gastronomie "Der Löwe" am Kopstadtplatz macht seit mehreren Wochen Betriebsferien. Ein Blick ins Insolvenzregister zeigt: Die Betreiberin ist insolvent.
Die Gastronomie "Der Löwe" am Kopstadtplatz macht seit mehreren Wochen Betriebsferien. Ein Blick ins Insolvenzregister zeigt: Die Betreiberin ist insolvent. Foto: Screenshot von www.loewe-essen.de; Pascal Hesse [recherche|kollektiv]

„Wir haben ab dem 10. Juli Betriebsferien!“, heißt es seit einigen Wochen am Eingang der Gastronomie „Der Löwe“ am Kopstadtplatz in Essen. Typisch bayerische Schmankerln und internationale Spezialitäten standen dort bisher auf der Karte. Ob und wann „Der Löwe“ wiedereröffnen wird, ist jedoch unklar; ein Datum fehlt. Was noch mehr beunruhigt: Seine Betreiberin, die Müller Gastro GmbH, hat Insolvenz angemeldet.

Von Pascal Hesse

„Eine wechselnde Wochenkarte, die schmackhaften Angebote der Mittagskarte und die herzhaften Gerichte auf unserer Speisekarte bieten zahlreiche Möglichkeiten, Sie kulinarisch und bajuwarisch zu verwöhnen. In der urgemütlichen Atmosphäre stehen Ihnen zudem 7 Biersorten zur Auswahl – finden Sie Ihren persönlichen Favoriten“, damit warb der Löwe, ein Restaurant im bayerischem Brauhausambiente bis zuletzt auf seiner Internetseite. Doch das Restaurant ist geschlossen. „Betriebsferien“ heißt ist dort angeschlagen. Die Lichter sind aus. Seit dem 27. Juli 2018 ist die ihn tragende Gesellschaft insolvent.

Existenzgefährdenden Kritiken: RTL-Fernsehkoch Christian Rach „undercover“ im Löwen

Bereits im September 2015 mehrten sich die schlechten Bewertungen im Löwen, wie RTL damals in der Ankündigung seiner Sendung „Rach undercover: Miese Kritiken für ‚Der Löwe‘ in Essen – das steckt dahinter!“ deutlich machte. Damals hieß es: „‚Tütenessen in Essen‘, ’schlechter geht fast nicht mehr‘, ‚billiger Abklatsch eines bayrischen Essens‘ oder eine ‚Schande für Bayern‘ – das bayerische Restaurant ‚Der Löwe‘ in Essen spaltet die Gemüter. Neben positiven gibt es auch teilweise sehr negative Kritiken im Internet.“ Maskiert, verkleidet und unangemeldet aß sich Rach seinerzeit durch die bayerischen Spezialitäten des Löwen und überprüfte im Selbstversuch die schon damals existenzgefährdenden Kritiken.

Seither wurde im Löwen viel gemacht, um den Laden zu retten: eine neue Speisekarte, von den Mengen her angepasste Gerichte, eine Spielecke für Kinder und vieles mehr. Mühe hat man sich am Kopstadtplatz gegeben, viel Mühe. Das liegt auf der Hand. Und gut besucht war „Der Löwe“ für den Außenstehenden eigentlich auch. Doch das reichte offenbar nicht, um den Betrieb wieder anzukurbeln.

Nun hat ein Insolvenzverwalter aus Düsseldorf das Sagen am Kopstadtplatz

Seit November 2015 führt Franz Josef Stawitzki die Geschäfte im Löwen. Seit dem 27. Juli 2018 ist der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Biner Bähr als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. In der Bekanntmachung des Amtsgerichts Essen (Aktenzeichen: 161 IN 91/18) heißt es: „Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände ihres Vermögens sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten.“ Sprich: Wer noch offene Forderungen mit dem Löwen hat, möge sich zeitnah an den Insolvenzverwalter wenden.

Der Geschäftsführer war für die Redaktion leider nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Diesen Beitrag teilen

Mehr aus

Keine Inhalte gefunden

  • Vergewissern Sie sich, dass alle Wörter richtig geschrieben sind
  • Probieren Sie andere Suchbegriffe.