Containerstandorte sind oft die Schmuddelecken im Stadtbild

An drei Standorten im Essener Stadtgebiet hat sich die Redaktion ein Bild der Situation gemacht. Überall blieben über mehrere Tage die wilden Müllkipppen erhalten. Foto: Peter Dettmer

Wem ist das nicht schon passiert? Als umweltbewusster Bürger wird der Müll sorgfältig getrennt, aber da die Papiertonne vor der Haustür ja wieder einmal überquillt, ist der Abtransport zur nächsten Sammelstation angesagt. Doch dann zeigt sich: Auch hier sind sämtliche Behälter hoffnungslos überfüllt und rundum haben auch noch rücksichtslose Zeitgenossen ihren Müll einfach so abgeladen. Ein Einzelfall? Nachgehakt bei den Entsorgungsbetrieben Essen.

von Peter Dettmer

An rund 600 Standorten im Essener Stadtgebiet befinden sich Containerstandorte zur Sammlung von Altpapier, Altglas, Altkleidern und Schuhen. Häufig werden diese – vor allem bei Überfüllung der Sammelbehälter – als wilde Müllkippen missbraucht und entwickeln sich so zu unansehnlichen Schmuddelecken im Stadtbild. Beschwerden laufen dann beim Team der EBE GmbH auf – zu 51 Prozent Tochterunternehmen der Stadt Essen sowie der Remondis Kommunale Dienste West GmbH als privatem Anteilseigner.

Die Nutzer der Tennisanlage am Schloß Borbeck und die Besucher der Gastronomie fühlen sich vom Anblick vesrtsändlicherweise nicht sehr angetan. Foto: Peter Dettmer

Die Nutzer der Tennisanlage am Schloß Borbeck und die Besucher der Gastronomie fühlen sich vom Anblick verständlicherweise nicht sehr angetan.

Meldungen zu wilden Müllkippen

„Mindestens einmal pro Woche, sehr häufig auch mehrmals wöchentlich, werden die Container zur Leerung angefahren“, versichert Unternehmenssprecherin Bettina Hellenkamp. „80 Schwerpunkte, die besonders stark frequentiert werden, oder als Ablageorte von wildem Müll bekannt sind, werden sogar zwei bis dreimal pro Woche gereinigt.“ Hinzu kämen gesonderte Meldungen zu wilden Ablagerungen über die Webseite ‚Essen bleib(t) sauber‘, oder die EBE-Hotline, die nach Bedarf abgearbeitet würden.

Umweltbewusste Bürger sind verärgert

Doch häufig genug stehen die Bürger trotzdem vor hoffnungslos überfüllten Papiercontainern. „Ich habe drei Tage mein Altpapier durch die Gegend gefahren und an vier Standorten mein Glück versucht, überall waren die Sammelbehälter hoffnungslos überfüllt,“ beschreibt Werner Lehmann aus Essen-West sichtlich verärgert, als wir ihn an einem der Standorte antreffen. Immerhin: Gleich einen Tag nach seinem Hinweis an die EBE, seien die Behälter endlich geleert worden. Bettina Hellenkamp: „Bei Beschwerden werden die Standorte auch mehrmals wöchentlich angefahren.“

Am Standort Neuwesel-/Ecke Goosestraße zeigt sich ein ähnliches Bild: Überfüllte Container und Müll und Altpapier werden daneben entsorgt. Foto: Peter Dettmer

Am Standort Neuwesel-/Ecke Goosestraße ein ähnliches Bild: Überfüllte Container und Müll und Altpapier werden daneben entsorgt.

Altpapier ist noch immer ein gutes Geschäft

Dabei ist die Sammlung von Altpapier noch immer ein lohnendes Geschäfts, wie auch das Unternehmen bestätigt, ohne jedoch konkrete Zahlen nennen zu wollen. „Die in der Vergangenheit gesammelten Mengen über die Blaue Tonne und Depotcontainer haben in Verbindung mit dem stark schwankenden Wert des Altpapiers für befriedigende wirtschaftliche Ergebnisse gesorgt.“ Konkretere Aussagen zu Vertragsinhalten seien aber nicht möglich.

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