Politik / Berlin

Proteste gegen Erdogan-Besuch: Zehntausende gehen auf die Straße – und einer zum Staatsbankett

Vom 27. bis 29.09.2018 kommt der türkische Präsident Erdogan zu seinem ersten Staatsbesuch nach Deutschland.
Vom 27. bis 29.09.2018 kommt der türkische Präsident Erdogan zu seinem ersten Staatsbesuch nach Deutschland. Foto: pixabay

Wenn am Donnerstag (27.09.2018) der türkische Präsident Erdogan am Flughafen Tegel landet, dann wird er nicht nur mit militärischen Ehren empfangen. Schon jetzt seien zahlreiche Demonstrationen und Protestmärsche für den dreitägigen Besuch des umstrittenen Staatspräsidenten angemeldet. Protest kommt dabei auch aus den Oppositionsreihen im Bundestag.

Die Berliner Polizei habe bereits einige Demonstrationen, die sich gegen die Politik von Recep Tayyip Erdogan richten, genehmigt. Und es sieht danach aus, dass es bis zur Ankunft des türkischen Präsidenten noch mehr werden. Mit zehntausenden Demonstranten wird in der Hauptstadt gerechnet.

Staatsbankett für Erdogan: Viele Absagen, doch einer kommt

Dem Protest schließen sich auch viele Abgeordnete aus dem Bundestag an. Erdogan wird nicht mit militärischen Ehren empfangen. Ihm zu Ehren lädt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeyer auch zum Staatsbankett ins Schloss Bellvue. Zuviel der Ehre für einen so umstrittenen Staatschef finden viele Oppositionspolitiker. Und äußern ihre Kritik durch Boykott des Empfangs. So haben bereits FDP-Chef Christian Lindner sowie die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Grünen Annalena Baerbock, Robert Habeck, Katrin Göhring-Eckardt und Anton Hofreiter ihre Teilnahme am Staatsbankett abgesagt. Auch Fraktionsmitgliedern von Linke und AfD kündigten an, nicht ins Schloss Bellevue zu kommen.

Einer jedoch will ein Zeichen gegen die Politik Erdogans setzen, indem er gerade deshalb an dem politischen Empfang teilnimmt: Cem Özdemir. Der Grünen-Politiker will ganz bewusst dem Dinner im Schloss beiwohnen, um zu zeigen, dass die Opposition in Deutschland zur Demokratie gehört. Erdogan „wird mich, der für Kritik an seiner autoritären Politik steht, sehen und aushalten müssen.“

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