Reise / Siegen-Wittgenstein

„Ich bin dann mal weg!“: Der Jakobsweg führt durchs Siegerland

Unter anderem führt der Jakobsweg im Siegerland durch den "Alten Flecken", der historischen Altstadt Freudenbergs.
Unter anderem führt der Jakobsweg im Siegerland durch den "Alten Flecken", der historischen Altstadt Freudenbergs. Foto: Kappest / TVSW

Jedes Jahr machen sich unzählige Menschen aus den unterschiedlichsten Motiven auf in Richtung Santiago de Compostela. Doch der Jakobsweg verläuft keineswegs nur durch Spanien. Als Jakobsweg wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien zum Ziel haben.

1987 rief der Europäische Rat dazu auf, das Jahrhunderte alte und teilweise schon vergessene europaweite Wegenetz neu zu beleben. Seitdem sind eine Vielzahl von Initiativen entstanden, die den regionalen Verlauf des Jakobsweg erforschen und neu ausweisen.

Wallfahrtsstätte bei Wilnsdorf: Im Jahr 1684 bauten die Jesuiten diese Gnadenkapelle. Als Seelsorger wohnte ein Einsiedler, ein Eremit, direkt neben ihr. Deshalb wurde dieser Ort schon bald ‚Eremitage‘ genannt.
Wallfahrtsstätte bei Wilnsdorf: Im Jahr 1684 bauten die Jesuiten diese Gnadenkapelle. Als Seelsorger wohnte ein Einsiedler, ein Eremit, direkt neben ihr. Deshalb wurde dieser Ort schon bald ‚Eremitage‘ genannt. Foto: Kappest / TVSW

Der rund 165 Kilometer lange Weg der Jakobspilger von Marburg nach Köln führt auf etwa 50 Kilometern zwischen Hainchen und Hohenhain durch Westfalen – und damit mitten durchs Siegerland. Auf der Haincher Höhe erreicht der Pilgerweg mit 550 m den höchsten Punkt. Pilger können entweder dem historischen Fernweg über die Höhen oder der Variante durch die Ortschaften Hainchen und Irmgarteichen folgen. Hinter Irmgarteichen vereinen sich die beiden Wege wieder und führen nach Siegen mit seinen beiden Schlössern und der Martinikirche aus dem 8./9. Jahrhundert.

Blick auf die historische Altstadt Freudenbergs. Hier muss der Pilger durch, vorbei an alten Fachwerkhäusern und schmalen Gässchen.
Blick auf die historische Altstadt Freudenbergs. Hier muss der Pilger durch, vorbei an alten Fachwerkhäusern und schmalen Gässchen. Foto: Kappest / TVSW

Bevor der Pilger das Siegerland Richtung Köln wieder verlässt, führt sein Weg durch Freudenberg – einer der sehenswertesten Altstädte Deutschlands. Der historische Stadtkern Freudenbergs wird auch ‚Alter Flecken‘ genannt. Dicht an dicht, nur teilweise durch verwinkelte Gassen getrennt, drängen sich hier die geschichtsträchtigen Fachwerkbauten. Bei so viel Enge bleibt nicht viel Platz. Und daher verfügt hier auch bis auf ein Haus kein Gebäude über einen Garten. Doch die Alt-Freudenberger machen aus dieser Platznot eine Tugend. Fehlt es auch an Gärten, macht dies die Einwohner nur umso kreativer in der Dekoration ihrer kleinen Straßen. lr

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