Insgesamt über 23 Jahre Haft – Schlag gegen Zigarettenschmuggler und Drogendealer

Nachdem die Zollfahndung Essen eine Schmuggler- und Dealer-Bande zerschlagen konnte, fällte das Landgericht Essen am 12.09.2018 die Urteile gegen die Angeklagten.
Nachdem die Zollfahndung Essen eine Schmuggler- und Dealer-Bande zerschlagen konnte, fällte das Landgericht Essen am 12.09.2018 die Urteile gegen die Angeklagten. Foto: Lars Riedel

Nach umfangreichen Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Essen  wurden jetzt sechs Mitglieder einer organisierten Bande wegen des gewerbsmäßigen Einfuhrschmuggels und Steuerhehlerei sowie Marihuana-Handels angeklagt und verurteilt. Insgesamt kamen über 23 Jahren Haft und 2 Jahren auf Bewährung bei dem Urteil zusammen. Und weitere Urteile könnten noch folgen.

Seit März 2016 waren die Ermittler aus Essen der zur organisierten Kriminalität gehörenden Tätergruppe auf der Spur, bevor im April
2017 die Handschellen klickten. Bei dem konzentrierten Zugriff in  Recklinghausen, Oer-Erkenschwick, Herten, Marl und Witten wurden zunächst fünf Bandenmitglieder festgenommen und diverse Objekte  durchsucht.

Auf einem LKW-Sattelzug sowie in einer Lagerhalle wurden die Beamten schließlich fündig. Sie stellten über 5,2 Millionen Stück unversteuerter Zigaretten sowie in einem  über 7,5 kg Marihuana sicher. Zudem fanden die Fahnder in der Villa eines Haupttäters in
Recklinghausen eine illegale scharfe Schusswaffe.

Zwei Mitglieder der Tätergruppe waren zwischenzeitlich ins Ausland abgetaucht. Durch die Ermittlungen der Zollfahnder konnten aber auch sie später festgenommen und der Strafverfolgung zugeführt werden.

Ein Haupttäter war ein 41-jähriger Deutscher aus Recklinghausen. Er organisierte den großangelegten Schmuggel per LKW-Lieferungen von
unversteuerten Zigaretten sowie die Drogentransporte aus dem Ausland  in seine Heimatstadt und lagerte die Schmuggelware dort zunächst ein. Die Abnehmer für seine Ware erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet. Der 41-Jährige wurde vorgestern vom Landgericht Essen zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

Sein Geschäftspartner, ein 43-jähriger Deutscher, war der zweite Kopf der Gruppe. Er steuerte aus der Ukraine die kriminellen Geschäfte der Bande und fungierte als Zigarettenlieferant. Er hatte sich in die Slowakei abgesetzt, wurde dort jedoch gefasst und nach Deutschland überstellt. Ihn verurteilte das Landgericht Essen zu 5 Jahren Haft.

Ein 43-jähriger Hertener war von der Gruppierung als Fahrer für die mit unversteuerten Zigaretten beladenen LKW’s eingesetzt und wurde hierfür vom Landgericht Essen mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren bedacht.

Weil er als Kurierfahrer und Abnehmer in die Zigaretten- und Drogengeschäfte der Bande involviert war, muss auch ein 37-jähriger Deutscher aus Recklinghausen mit Urteil des Landgerichtes Essen für 2 Jahre und 9 Monate hinter Gitter.

Einen 38-jähriger Deutscher aus Witten, der für die Tätergruppe unversteuerte Zigaretten zu Kunden in ganz Deutschland ausgeliefert
hat, verurteilte das Essener Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von 2 Jahren verurteilt.

Der 33-jährige ukrainische Rauschgiftlieferant der Bande, konnte in Polen festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert werden. Für
den Einfuhrschmuggel von und Handel mit 24 kg Marihuana verurteilte  ihn das Landgericht Bochum zu 5 Jahren und 9 Monaten Gefängnis. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Ukrainer hat Revision eingelegt.

Zudem stünden weitere Urteile gegen Beschuldigte noch aus, so die Essener Zollfahndung. Vor allem handle es sich dabei um Abnehmer der verbotenen Ware. Der Gesamtsteuerschaden durch die Hehlerei mit den unversteuerten Zigaretten beläuft sich auf über 2,8 Millionen Euro. Der Straßenverkaufswert der mehr als 7,5 kg Marihuana beträgt ca. 75.000 Euro.

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