Kultur / Köln

Gaby Köster: Nach zehn Jahren erobert die Comedy-Queen wieder die Bühne

Das Plakatmotiv zur aktuellen Tournee von Gabi Koester unter dem Titel „Sitcom“. Foto: Stephan Pick

Keine Frage: Gaby Köster ist noch nicht wieder die Alte. Die Folgen des erlittenen Schlaganfalls haben die Comedy-Queen schwer gezeichnet. Und doch ist es bewundernswert, wie sich die Ulknudel wieder zurück ins Leben und auf die Bühne gekämpft hat. Als sie sich mit Peter Dettmer zum Interview trifft, hat die 56-Jährige ihr Strickzeug auf dem Schoß und arbeitet sich voran – mit einer Hand: „Ich hoffe immer noch, dass die andere irgendwann einfach wieder mit einsetzt.“

Zwar gab es neue TV-Gastspiele in der RTL-Show „Die Puppenstars“ und einen Ausflug in die SAT1-Show „Genial daneben“, live nachte sich Gaby Köster aber rar. Doch nun steht sie wieder auf der Bühne: Nach ihren Programmen „Die dümmste Praline der Welt“, „Gaby Köster Live!“ und „Wer Sahne will, muss Kühe schütteln“, mit denen sie die Säle der Republik zum Kochen brachte, ist die kecke Blondine nun mit „Sitcom“ auf Tournee. Darin zeigt die gebürtige Kölnerin, dass sie trotz des „drecksdrisseligen Schlaganfalls“ ihren Humor bewahrt und sich den Blick auf und für die schrägen und lustigen Situationen des Lebens bewahrt hat. Und davon habe es in den vergangenen zehn Jahren reichlich gegeben.

„Ich bin viel unterwegs, das ist Job und Therapie in einem“

In ihrem Buch „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ beschrieb die Entertainerin 2012 „Es geht mir den Umständen entsprechend gut.“ Meine erste Frage ist angesichts der Vorgeschichte keine Höflichkeitsfloskel: Wie sieht es heute aus? „Gut, ich bin viel unterwegs, besser als Zuhause vor sich hin zu schimmeln und hab‘ praktisch Therapie und Job in einem. Manchmal ist immer noch Land unter. wenn mal wieder irgendetwas nicht klappt, was man machen möchte.“ Mir fällt auf, dass der Comedy-Star ohne ihre Rasta-Zöpfe auf die Bühne geht. Ein Zeichen für Entwicklungen oder Veränderungen in ihrem Leben? „Von wegen, ich hätte den Pelz immer noch, wenn der Friseur ma schön seine Hausaufgaben gemacht hätte.“

In ihrer Garderobe war Gaby Köster mit Stricken beschäftigt, als sie die Fragen von Peter Dettmer beantwortete. Foto: Dettmer

In ihrer Garderobe war Gaby Köster mit Stricken beschäftigt, als sie die Fragen von Peter Dettmer beantwortete.

„Im Urlaub auf Ibiza besuche ich am liebsten den Hippiemarkt“

In einem ihrer ersten Interviews hoffte Gaby darauf, mit beiden Beinen und ihren Hunden wieder über eine Wiese laufen zu können, doch davon ist sie noch immer meilenweit entfernt. „Wir haben ja sämtliche Größen Zuhause und dat Riesenvieh, ein Labrator, mit dem fährt Donald (der 29-jährige Sohn) mit dem Fahrrad rum, weil der Hund ja ein bisschen Anforderung braucht, dat kann ich nicht leisten. Und ansonsten hauen die halt im Garten alles um.“

Wirklich religiös ist Gaby Köster nicht, auch wenn einer der ersten Einträge auf ihrer facebook-Seite, auf der ihr rund 170.000 Fans folgen, lautete: Ich habe beim lieben Gott angeklopft, er hat mich zurückgeschickt. Sie setzt auf ihre eigene Kraft und darauf, dass es ihr mit der Zeit besser geht. „Ich mach et einfach. Ich habe mir früher immer vorgenommen dieses und jenes zu tun und es dann immer wieder aufgeschoben für die Zeit, wenn mal frei is: malen, stricken, Hörbücher anhören. Und im Urlaub, den ich in meinem alten Bauernhaus auf Ibiza verbringe, besuche ich am liebsten den Hippiemarkt.“

Die Reporter haben mir überall aufgelauert

Als 2008 die Tournee plötzlich abgesagt wurde, folgten die wildesten Spekulationen und Gerüchte. Es ging so weit, dass sogar veröffentlicht wurde, Gaby Köster sei verstorben („Da dachte ich komisch, eigentlich ist meine Körpertemperatur recht angenehm“). Was folgten waren juristische Schritte, um die Berichterstattung zu unterbinden. „Die Reporter lauerten uns überall auf, im Krankenhaus, Zuhause vor der Tür, dat war einfach zu viel,“ erinnert sich die Künstlerin an die Verfolgung. „Die haben ja nicht die Wahrheit geschrieben, sich nicht informiert, sondern einfach Sachen erfunden. Da habe ich mit meinem Management beschlossen, dass wir dem einen Riegel vorsetzen. Ich wollte reden, wenn ich wieder fit bin und mich nicht erpressen lassen.“

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