Nach Bayern-Wahl: CSU verliert bayrisches Selbstverständnis, SPD nur noch marginal.

Bayern hat gewählt - für CSU und SPD besonders bitter. Foto: INFORMER

Heute so, morgen so, doch wenn es eine gültige Wahlaussage gibt, kann sie nur lauten: Es bleibt ungewiß. Vorbei die Zeiten klarer Wählerkontingente, vorbei die Zeiten von Parteialleinansprüchen. An solchem Abend wie gewohnt in den Kategorien Gewinner und Verlierer zu denken ist zu kurz gesprungen.

Auch werden die Erklärungsversuche der beteiligten Parteien allenfalls hilflose Direktreaktionen darstellen, denn ein Ergebnis, das auf einer so hohen Wahlbeteiligung beruht ist schwerlich als zufälliges Wahlergebnis zu interpretieren.

Immerhin lassen sich die Ergebnisse der einzelnen Parteien in ihrer politischen Folge durchaus bestimmen. Denn während die CSU lediglich von einem, immerhin gewaltigen, Einbruch in der Zustimmung ausgehen muss, ist es für die SPD wohl das Ende einer sich bereits längerfristig absehbaren Talfahrt. Dass dieses Länderergebnis bei der SPD nicht lokal bedingt ist und ein Vertrauensverlust in der Bundespolitik zur Voraussetzung hat, ist offenbar. Für die Grünen, deren Kurswechsel sich auszuzahlen scheint, dürften neue Zeiten beginnen, denn an ihnen wird eine CSU, die sich vorab jedwede Kontaktierung der AfD ausschloß, nicht vorbei kommen. Die AfD wird ihren Zugewinn sicherlich nur nach innen feiern können, denn eine reale politische Gestaltung lässt sich mit den zu erwartenden Zahlen kaum anstreben. Die FDP darf dankbar sich im Landtag melden, das Ergebnis der Linken spiegelt den Bedeutungsverlust, den die in sich zerstrittene Partei erlitt. Völlig neu ist die Stellung der Freien Wähler, deren Geltung zu wachsen scheint.

Es dürfte spannend werden, wie das Nachwahlprozedere ausfällt, denn viel Gesprächsbedarf wird in jeder Konstellation erforderlich sein. Ein Trend, der sich europaweit abzeichnet und zu Bündniskonstellationen bisher ungewohnter Art führt. Immerhin ist in Bayern ein Zeitrahmen vorgegeben, der die zukünftigen Partner zur Eile treiben wird.

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