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Trotz drohender Fahrverbote: Langes Warten auf Diesel-Nachrüstungen

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Symbolbild Foto: pixabay

In manchen Großstädten könnte das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge mit einer Euro-4-Norm bereits Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. Und schon im September 2019 könnten auch Euro-5-Diesel betroffen sein. Viele besorgte Dieselfahrer hoffen daher auf eine schnelle Lösung, ihr Fahrzeug nachrüsten lassen zu können. Doch diese könnte laut Branchenexperten noch länger auf sich warten lassen.

Opel und BMW lehnen die Nachrüstung ihrer Dieselfahrzeuge kategorisch ab. Daimler und Volkswagen wiegeln ab: Zunächst müssten entsprechende Nachrüstsysteme vorhanden, zugelassen und dauerhaft haltbar sein. Und genau darin könnte das Problem liegen. Auch wenn die Nachrüster beteuern, dass sie für die kommende Aufgabe gerüstet seien. So erklärte Beispielsweise Marcus Hausser, Chef der Baumot Group, einem führenden Anbieter von Lösungen im Bereich der Abgasnachbehandlung, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass man 2019 mit den Umbauten beginnen könne und auch bereit wäre, die Gewährleistung für die Nachrüstsysteme zu übernehmen.

Doch ganz so einfach ist es wohl nicht. „Jeder Fahrzeugtyp erfordert jeweils eine spezifische Ausgestaltung der Umrüstlösung“, sagte Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Geislingen, gegenüber der ‚Berliner Zeitung‘. Er rechne erst in zwei Jahren mit nennenswerten Stückzahlen bei verfügbaren Umrüstsätzen. Doch dann könnte es für viele Dieselfahrer längst zu spät sein.

Hinzu kommt, dass die von der Bundesregierung angedachten Hardware-Nachrüstungen für Euro-5-Diesel, deren Kosten die Automobilhersteller übernehmen sollen, auf den Einbau von SCR-Katalysatoren basieren. Insgesamt liegt dem Kraftfahrbundesamt aber erst eines solcher Nachrüstsysteme zur Prüfung vor. Dies bestätigte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der dpa. Und ob dieses System tatsächlich den Anforderungen entspricht, um ein Fahrverbot zu verhindern, steht auch noch in den Sternen. Denn diese Anforderungen sind vom Bund derzeit noch nicht einmal definiert.

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