Politik / Ankara

Verschleppt und gefoltert: Entführungen im Namen Erdogans?

Hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Entführungen und Folter angeordnet, um Falschaussagen gegen Gülen-Anhänger zu erpressen?
Hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Entführungen und Folter angeordnet, um Falschaussagen gegen Gülen-Anhänger zu erpressen? Foto: pixabay

In der Türkei sollen sie in dunkle Transporter gezerrt und mit einem Sack über dem Kopf in ein Geheimgefängnis gebracht worden zu sein. Dort warf man ihnen vor, Terroristen und Anhänger des Predigers Fetullah Gülen zu sein. Die Verhöre hätten unter Folter stattgefunden, um sie zu Zeugenaussagen gegen Gülen-Anhänger zu zwingen. Das berichten zwei Männer unabhängig voneinander dem ZDF-Magazin ‚Frontal 21‘.

Das TV-Magazin hatte sich gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk ‚Correctiv‘ und acht weiteren internationalen Medien auf die Spurensuche begeben. Dabei erheben mehrere Betroffene den Vorwurf, in türkischen Gefängnissen gefoltert worden zu sein. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch halten dieses Aussagen für glaubwürdig. Der IHD, ein türkischer Menschenrechtsverein, macht sogar den türkischen Geheimdienst MIT für die Verschleppungen verantwortlich. Laut des IHD-Vorsitzenden Öztürk Türkdogan hätten Angehörige des MIT von einem Vorgehen berichtet, das den Schilderungen der beiden Männer erschreckend ähnelt.

Auf entsprechende Nachfragen hätte die türkische Regierung bislang nicht reagiert, heißt es beim ZDF. Ausgestrahlt wird der Bericht von ‚Frontal 21‘ heute (21.12.2018) um 21 Uhr. Neben den Aussagen von Zeugen und Opfern wurden dafür auch Überwachungsvideos und interne Dokumente ausgewertet.

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