Gaspreise dürften 2019 merklich ansteigen

Gas wird teurer - doch was können Verbraucher dagegen tun?
Gas wird teurer - doch was können Verbraucher dagegen tun? Foto: aitoff (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Es gibt Nachrichten, die hören Mieter und Eigenheimbesitzer überhaupt nicht gerne. Die Erhöhung von Benzinpreisen, die des Ölpreises und auch die der Gaskosten gehören sicherlich dazu. Und gerade jetzt, nach einigen Jahren mit angenehmen Preisen im Gasbereich, gibt es die Nachrichten, dass die Preise im kommenden Jahr ansteigen.

Gut, Eigenheimbesitzern steht an dieser Stelle eine Bandbreite der Möglichkeiten offen, zumindest, wenn die Thematik theoretisch betrachtet wird. In der Praxis stehen Mieter und Eigenheimbesitzer jedoch oft auf Augenhöhe nebeneinander, weil die einen keine Chance haben, etwas zu tun, die anderen hingegen nicht das Geld für eine neue Heizungsanlage aufbringen können. Also bleibt die Frage: Wie lassen sich Gaskosten sparen? Dieser Artikel gibt einige Hinweise.

Gasanbieter wechseln

Wie auch bei Stromanbietern lässt sich durch den Wechsel des Gasanbieters häufig Geld sparen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Gastank Wer einen Gastank befüllen muss, der hat häufig eine größere Auswahl an Anbietern. Wichtig ist nur, vorab in den Belieferungsvertrag zu schauen. Da die Tanks oft von einem Anbieter zur Verfügung gestellt werden, ist der Wechsel des Anbieters nicht immer möglich.
  • Sonstige Belieferung Dieser Punkt trifft auf Mieter und Eigenheimbesitzer zu, die an die Fernversorgung angeschlossen sind. In vielen Fällen ist es möglich, den Anbieter zu wechseln und somit zu sparen.

Aber auf was sollte geachtet werden? Als erster Punkt sind natürlich die Preise zu nennen, denn es gibt durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Einige Anbieter schlagen höhere Gebühren auf den Preis, als andere. Wichtig:

  • Vertragsdauer Die Vertragsdauer sollte so kurz wie nur möglich sein. Spätestens nach einem Jahr sollte eine Kündigung möglich sein, damit Verbraucher auf Preisänderungen reagieren können.
  • Bonus Auch Gasanbieter arbeiten mittlerweile mit Boni. Dabei kommt es darauf an, wie dieser Bonus gezahlt wird. Wird er direkt auf den Abschlag angerechnet? In diesem Fall muss beim Vergleichen der Anbieter genau hingeschaut werden, da ein angerechneter Bonus den Preis sehr niedrig erscheinen lässt. Anbieter, die den Bonus erst bei einer Vertragsverlängerung auszahlen, sind hingegen zu meiden. Diese Verträge erlauben es nicht umstandslos, rasch einen neuen Anbieter zu wählen.

Über das Internet ist der Gaspreisvergleich heute sehr einfach möglich. Manchmal kann es übrigens sinnvoll sein, Strom und Gas beim selben Anbieter zu beziehen. Etliche Betriebe geben einen Bonus, sobald mehrere Verträge bei ihnen abgeschlossen werden.

Was können Verbraucher sonst noch tun?

Eigenheimbesitzer haben stets die Option, die Heizung zu modernisieren. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn die Anlage ohnehin schon älter ist und somit nicht mehr den heutigen Ansprüchen entspricht. Durch die Modernisierung sinken nicht allein die Gaspreise, sie können gar ersetzt werden. Wer investieren möchte und die finanziellen Mittel hat, sein Haus auf erneuerbare Heizungen umzustellen, der sollte sich überlegen, ob nicht eine Wärmepumpe geeignet wäre. Ansonsten reicht häufig auch schon die Umstellung auf eine neue Gasheizung. Deren Brenner arbeiten wesentlich effizienter, sodass automatisch weniger Gas verbraucht wird. Ansonsten gilt für Mieter und Eigenheimbesitzer, dass das Heizverhalten überdacht werden kann:

Temperatur senken Niemand soll im Winter frieren, doch sind etliche Wohnungen in Deutschland klar überbeheizt. In den Wohnräumen und im Kinderzimmer gelten beispielsweise Temperaturen zwischen 20 – 24 Grad als ideal, die Küche und das Bad dürfen auch 18 – 20 Grad warm sein. Im Schlafzimmer sollte die Temperatur bereits aus Gründen der Schlafhygiene nicht über 17 Grad liegen, in den Fluren darf es sogar kühler sein.

Temperatur steuern Heute gibt es selbst für Heizungen in Mietwohnungen intelligente Thermostate, mit denen sich die Temperatur genau einstellen und steuern lässt. Via Funk können die Thermostate sogar auf Uhrzeiten programmiert werden und, wer es noch futuristischer mag, ins Smart Home eingebunden werden.

Richtig lüften Jahr für Jahr verschwindet ein großer Teil der Heizungsenergie zum Fenster heraus. Beim Lüften sollte die Heizung immer komplett ausgeschaltet werden. Zudem bedeutet richtiges Lüften, dass die Fenster zwei oder drei Mal am Tag vollständig geöffnet werden, sodass die Luft in den Räumen wirklich ausgetauscht wird. Die Kippstellung der Fenster ist im Winter ein unglaublicher Kostenfaktor und kann zusätzlich Schimmel begünstigen.

Und was ist mit Personen, die eher in schlecht gedämmten Wohnungen leben oder deren Fenster nicht der neuesten Generation entstammen? Auch sie können sich helfen. Für Fenster und Türen gibt es spezielle Thermovorhänge, die die Wärme in der Wohnung halten und die Kälte nicht hinein lassen. Im Sommer haben die Vorhänge den praktischen Nutzen, dass sie die Hitze draußen halten. Anstatt der Vorhänge eignen sich auch Thermorollos, die es in der Klemmvariante gibt. Sie liegen direkt am Fenster an, sodass die Kälte an der Scheibe abgehalten wird.

Wo dürfte es mit den Gaspreisen mittelfristig hingehen?

Grundsätzlich ist mit einem Preisanstieg zu rechnen. Weiterhin stellen Unternehmen ihre Produktionsanlagen von Erdöl auf Erdgas um, was zu einer Verknappung führt. Zudem sind die Erdgasvorkommen geringer, als die von Erdöl. Ein weiterer Faktor in der Entwicklung ist der Rohölpreis. Zwar ist das Gas unabhängig davon, der Preis orientiert sich dennoch daran, wie Öl gehandelt wird.

Interessant ist, dass die Preissteigerung für 2019 bereits dem langen und heißen Sommer zugeschrieben wird. Aufgrund der Hitze und der niedrigen Pegelstände konnte Kohle nicht wie gewohnt verschifft werden, sodass Unternehmen vermehrt auf Gas gesetzt haben. In der Folge ist natürlich eine gesteigerte Nachfrage zu verzeichnen, die den Preis nach oben schraubt. Und das bedeutet:

  • Klimawandel Gibt es häufiger Sommer, wie den letzten, dürften die Gaspreise weiterhin ansteigen.
  • Kohleausstieg Da in den kommenden Jahren auch die letzten Kohleabbaugebiete stillgelegt werden, müssen Produktionen zur Energieversorgung auf andere Mittel umsteigen. Gas ist da wieder die einfache Alternative.
Den Gasanbieter zu wechseln, ist schon einmal eine gute Möglichkeit. Aber auch das eigene Verhalten sollte überdacht werden.
Den Gasanbieter zu wechseln, ist schon einmal eine gute Möglichkeit. Aber auch das eigene Verhalten sollte überdacht werden. Foto: avantrend (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit – vergleichen und nach Alternativen schauen

Den Gasanbieter zu wechseln, ist schon einmal eine gute Möglichkeit, um Gaskosten zu sparen. Aber auch das eigene Verhalten sollte überdacht werden. Wer es kann, ist gut beraten, die Heizungsanlage zu erneuern und vielleicht auf andere Heizungsarten umzustellen, die eine höhere Unabhängigkeit bedeuten.

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