Betrüger nutzen Höhle der Löwen für Anzeigen auf Facebook

Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

Es sind dubiose Geschäftemacher, die mit diversen Online-Lockangeboten auf Kundenfang gehen, um so das betrügerische System weiterhin am Leben erhalten zu können. Dabei greift man auf einen ausgesprochen ausgeklügelten Technik- wie Content-Cocktail zu, der vor allem dann wunderbar wirkt, wenn sich unwissende, aber neugierige Nutzer finden, die zudem auch ignorieren, dass auf dem Portal nicht einmal ein Impressum zu finden ist.

Warum reagiert Facebook nicht?

Auf Facebook finden sich immer wieder Nachrichten mit spannenden Überschriften, die am Ende nur ein Ziel verfolgen – man soll den Link anklicken. Natürlich führt nicht jede Anzeige auf eine fragwürdige Plattform; Clickbait ist eine beliebte Variante, um eben mehr Aufrufe zu generieren – und das schafft man in der Regel mit reißerischen Überschriften. Auch Nachrichtenseiten arbeiten, wenn auch nur zum Teil, mit dieser Taktik.

Findet man jedoch die Überschrift „Die Höhle der Löwen abgesetzt“ oder auch den Hinweis, dass es sich um den „größten Deal“ handelt, der je „in der Sendung zu sehen war“, so sollte man besonders vorsichtig sein. Denn es gibt seit geraumer Zeit Betrüger, die versuchen, mit „Die Höhle der Löwen“ Personen zu finden, die sodann in ein System investieren, das jedoch nicht zum Erfolg führt.

Warum derartige Anzeigen überhaupt auf Facebook zu sehen sind? Weil hier tatsächlich alle Vorschriften eingehalten werden – so findet sich unter dem Beitrag das Wort „Gesponsert“, sodass die User wissen, das handelt sich um Werbung. Zudem mag „fabricated content“ zwar ärgerlich sein, ist jedoch ein erlaubtes – wenn auch fragwürdiges – Mittel, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen.

Das Märchen vom schnellen Reichtum

Klickt man auf den Artikel, so öffnet sich sofort ein Fenster mit der Überschrift: „Der größte Deal in der Geschichte kann SIE in nur 7 Tagen (richtig) reich machen!“. War in der Überschrift nicht zu lesen, die Sendung würde abgesetzt werden?

Nun folgt eine Beschreibung, was in der Sendung passiert ist: Die Investoren waren sofort von der Trading-Plattform begeistert und wollten investieren – vor allem Georg Kofler und Carsten Maschmeyer waren derart von der Idee angetan, sodass es sogar zu einem „Bieterkrieg“ gekommen ist. So überbot Maschmeyer Kofler, der 2,5 Millionen Euro für 25 Prozent bot – in weiterer Folge sprach Kofler davon, 2,5 Millionen Euro für 20 Prozent zu investieren. Die Unternehmer haben das Angebot natürlich angenommen – der „größte Deal“ konnte somit abgeschlossen werden.

Am Ende findet der Leser die Aufforderung, nun den beworbenen Bitcoin Trader auszuprobieren, um „richtig reich“ werden zu können.

Ein derartiger Bitcoin Trader wurde aber in keiner einzigen „Die Höhle der Löwen“-Sendung gezeigt. Somit gab es auch keinen „Bieterkrieg“ zwischen Kofler und Maschmeyer. Selbst Maschmeyer äußerte sich zu diesem Artikel: „Einen solchen Deal hat es nie gegeben. Hier handelt es sich um einen Fake“, so das Jury-Mitglied.

Auch Vox äußerte sich dahingehend, dass es nie eine derartige Sendung gegeben hat. Doch das heißt nicht, dass der Bitcoin Trader ein schlechtes Programm sei – am Ende waren die „Erfinder“ nur nie bei „Die Höhle der Löwen“. Blickt man jedoch hinter die Kulissen, so wird schnell klar, dass es sich hier um eine reine Betrugsmaschinerie handelt. Denn auf der Seite finden sich nicht einmal Informationen zum Datenschutz oder ein Impressum.

Kein Impressum? Finger weg!

Symbolbild
Symbolbild

Die Seite, auf die der User kommt, wenn er auf den Link klickt, verfolgt nur ein Ziel: Unwissende wie naive Nutzer finden, die sodann Geld investieren, das mit Sicherheit verloren wird – reich wird man hier garantiert nicht. Doch wie kann man sich selbst vor derartigen Fake-Angeboten schützen?

Zu Beginn geht es um die Frage, ob auf der Seite ein Impressum zu finden ist. Fehlt das Impressum, so sollte das mitunter schon Warnung genug sein. Zudem ist es immer ratsam, wenn man derartige Nachrichten, so etwa, wenn es um den „größten Deal“ geht oder darum, dass eine Sendung abgesetzt wird, hinterfragt. Einfach mit einer Suchmaschine nach Infos suchen – so wird man relativ schnell feststellen, ob es sich um fabricated content handelt oder nicht.

Diesen Beitrag teilen

Mehr aus

Keine Inhalte gefunden

  • Vergewissern Sie sich, dass alle Wörter richtig geschrieben sind
  • Probieren Sie andere Suchbegriffe.